ZUSAMMENFASSUNG Diese Studie untersucht, wie Geschlechtergleichheit und Governance-Bedingungen mit der nationalen Innovationsfähigkeit in Zusammenhang stehen, und verwendet dabei einen explorativen maschinellen Lernansatz auf länderübergreifenden Paneldaten. Geschlechtergleichheit wird weithin als Menschenrecht und als grundlegendes Ziel für nachhaltige Entwicklung (SDG 5) anerkannt, doch der Zusammenhang mit der Innovationsfähigkeit auf Länderebene ist in der auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Innovationsforschung nach wie vor unzureichend kartiert. Um diese Lücke zu schließen, stellen wir einen harmonisierten Datensatz für 109 Länder (2007–2019) aus dem Global Innovation Index, den Worldwide Governance Indicators, den UNDP-Geschlechterindikatoren und den Entwicklungsindikatoren der Weltbank zusammen. Wir konzipieren Innovation als nationale Innovationsfähigkeit und operationalisieren sie mithilfe des GII-Scores, einem zusammengesetzten Index, der Innovationsinputs und -outputs kombiniert. In den Entscheidungbaum- und Ensemblemodellen zeigt sich die Governance-Qualität als durchgängig informativ zur Vorhersage der Innovationsfähigkeit. Auch die Indikatoren zur Geschlechtergleichheit weisen eine erhebliche prognostische Relevanz auf und deuten darauf hin, dass einbezogene Bedingungen systematisch mit länderübergreifenden Variationen in der Innovationsfähigkeit verbunden sind. Die Ergebnisse tragen zur Nachhaltigkeitswissenschaft und zur Innovationspolitik bei, indem sie verdeutlichen, wie Geschlechtergleichheit und institutionelle Qualität gemeinsam die Innovationsfähigkeit abbilden, während sie eine explorative, nicht-kausale Interpretation der Modelle auslösen.
Erdem‐Aladag et al. (Tue,) haben diese Frage untersucht.