Probleme der moralischen Verpflichtung, Konflikte zwischen Eigeninteresse und moralischen Normen, sind entscheidend für das Verständnis von antisozialem Entscheidungsverhalten. Obwohl negative moralische Emotionen wie antizipierte Schuld gut etablierte Abschreckungsmittel gegen Abweichungen sind, haben positive moralische Emotionen wie antizipierter Stolz und ihre Wechselwirkungen mit Schuld und normativen Einflüssen weniger Aufmerksamkeit erhalten. Diese Studie verwendet eine visuelle szenario-basierte Umfrage, um zu untersuchen, wie antizipierter Stolz die Absichten zu stehlen bei einer großen Stichprobe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen beeinflusst. Die Ergebnisse zeigen, dass antizipierter Stolz mit höheren Diebstahlsabsichten verbunden ist, insbesondere wenn persönliche moralische Normen nachsichtig sind oder wenn die Zustimmung von Gleichaltrigen als hoch wahrgenommen wird. Darüber hinaus schwächt antizipierter Stolz den abschreckenden Effekt von antizipierter Schuld und offenbart komplexe konkurrierende Einflüsse moralischer Emotionen. Diese Ergebnisse legen nahe, dass antizipierter Stolz als ein "zweischneidiges Schwert" fungieren kann, das die moralische Selbstregulierung untergräbt, wenn das Stehlen soziale Belohnungen bringt. Dies hebt die nuancierte und kontextabhängige Rolle antizipierter moralischer Emotionen im antisozialen Entscheidungsverhalten hervor.
Buck et al. (Tue,) haben diese Frage untersucht.