Hintergrund Jüngste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Anwendung der aufkommenden Strategie der zeitlich eingeschränkten Ernährung (TRE) über 6 Wochen positive Effekte auf die wichtigsten pathophysiologischen Determinanten des Typ-2-Diabetes (T2DM) haben kann – nämlich die Pankreas-Beta-Zell-Funktion und die Insulinresistenz. Angesichts der chronischen Natur von T2DM und der generellen Herausforderung der langfristigen Adhärenz an diätetische Interventionen ist eine zentrale Fragestellung die Dauerhaftigkeit solcher Effekte. Speziell soll untersucht werden, ob TRE die metabolische Gesundheit von Patienten mit T2DM über 1 Jahr verbessern kann. Methoden In dieser offenen, parallel angelegten, randomisierten kontrollierten Studie werden Personen mit Übergewicht/Adipositas und T2DM-Dauer von <10 Jahren randomisiert entweder in eine Standard-Empfehlungsgruppe für den Lebensstil oder in eine TRE-Gruppe eingeteilt. Das TRE-Protokoll sieht 18 Stunden Fasten und ein 6-stündiges Essfenster (zwischen 14 und 20 Uhr) täglich vor. Die Interventionsdauer beträgt 52 Wochen, und die Teilnehmer werden zu Beginn sowie nach 12, 24, 36 und 52 Wochen metabolisch charakterisiert. Das primäre Outcome der Pankreas-Beta-Zell-Funktion wird mittels des Insulin Secretion-Sensitivity Index-2 (ISSI-2) erfasst. Weitere metabolische Parameter umfassen Insulinresistenz und Glukosehomöostase. Diskussion TRE könnte einen ergänzenden therapeutischen Ansatz darstellen, um das metabolische Profil von übergewichtigen/adipösen Personen mit T2DM zu verbessern und gleichzeitig die Möglichkeit zur Modifikation der zugrunde liegenden Pathophysiologie bieten. Die Bewertung der Dauerhaftigkeit der metabolischen Effekte von TRE auf Beta-Zell-Funktion und Insulinresistenz könnte somit eine Rolle für diese Ernährungsstrategie als krankheitsmodifizierende Intervention früh im Verlauf des T2DM identifizieren. Studienregistrierung clinicaltrials.gov NCT07272460.
Retnakaran et al. (Do) haben diese Fragestellung untersucht.