Die Historiografie des indischen antikolonialen Widerstands hat lange das elitäre Nationalbewusstsein und groß angelegte Aufstände wie den Aufstand von 1857 als grundlegende Momente im Kampf gegen die britische Herrschaft privilegiert. Diese teleologische Erzählung hat systematisch frühere Grenzaufstände marginalisiert, insbesondere solche, die von Stammesgemeinschaften angeführt wurden. Unter diesen vernachlässigten Episoden stellt der Aufstand von Tilka Majhi in den Rajmahal-Hügeln im späten achtzehnten Jahrhundert einen der frühesten organisierten bewaffneten Widerstände gegen die sich ausbreitende Autorität der British East India Company dar. Dieser Artikel untersucht Tilka Majhis Bewegung innerhalb der Rahmenbedingungen der subalternen Studien, Grenztheorie, Umweltgeschichte und kolonialen politischen Ökonomie neu. Er argumentiert, dass der Aufstand weder eine spontane stammeseigene Störung noch ein präpolitischer Ausbruch war, sondern vielmehr eine strukturierte Behauptung indigener Souveränität, ökologischer Autonomie und moralischer Ökonomie. Durch die Analyse kolonialer Archivunterlagen, Distriktsberichte, mündlicher Traditionen und moderner historiographischer Interpretationen rekonstruiert die Studie Tilka Majhis Aufstand als eine kohärente politische Antwort auf fiskalische Militarisierung, territoriale Übergriffe und administrative Zwangsmaßnahmen. Die Ergebnisse zeigen, dass der Grenzwiderstand im östlichen Indien des achtzehnten Jahrhunderts ein autonomes politisches Bewusstsein artikulierte, das dem organisierten Nationalismus vorausging. Die Neubewertung von Tilka Majhis revolutionärer Rolle trägt zur Dezentralisierung der nationalistischer Historiografie bei und erkennt den stammeseigenen Aufstand als grundlegend für die longue durée des indischen antikolonialen Kampfes an.
BOURI et al. (Sun,) haben diese Frage untersucht.