Agrivoltaik (APV)-Systeme bieten einen vielversprechenden Ansatz zur gleichzeitigen Erzeugung von Lebensmitteln und Energie; ihre Auswirkungen auf die Pflanzenleistung sind jedoch bisher unzureichend quantifiziert, insbesondere bei schattenempfindlichen Kulturen wie der Kartoffel (Solanum tuberosum L.). Diese Studie berichtet über ein vierjähriges Feldexperiment (2021–2024), das in Norditalien unter einem REM Tec Agrovoltaico® Dual-Achsen-Sonnenverfolgungs-APV-System durchgeführt wurde. Ziel war es, die Ertragsreaktion der Kartoffel und Knolleneigenschaften unter unterschiedlichen Anlagenaufbauten und damit verbundenen Beschattungsmustern zu quantifizieren, einschließlich der Anwendung einer Anti-Tracking (AT)-Managementstrategie während kritischer Wachstumsphasen. Die Versuchsbehandlungen umfassten eine Volllicht-Kontrolle (FL), Standard-Sonnenverfolgung (ST1), verstärkte Beschattung (ST2) und eine dynamische Anti-Tracking-Strategie während der Knolleninitiierungsphase im Jahr 2024 in Kombination mit ST1 (ST1+AT). Die Ertragsreaktion war stark abhängig von Beschattungsintensität und -zeitpunkt. Die Standard-Sonnenverfolgungskonfiguration (ST1), mit einer geringen mittleren saisonalen Schattentiefe (≈13%), führte zu begrenzten Ertragsverlusten (im Mittel –12 %), während die stärker beschattete Konfiguration (ST2) Ertragsminderungen von über 30 % verursachte. Das AT-Management während der frühen Knollenentwicklung milderte teilweise die Ertragsverluste, was darauf hinweist, dass eine dynamische Lichtsteuerung eine wirksame Strategie zur Balance zwischen landwirtschaftlicher Produktivität und Energieerzeugung in APV-Systemen darstellen kann. Weibull-basierte Modellierung der Knollengrößenverteilung (TSD) zeigte eine konsistente Verschiebung zu kleineren Knollen mit zunehmender Beschattung, während der Knollen-Trockensubstanzgehalt (DMC) relativ stabil blieb.
Colauzzi et al. (Sun,) untersuchten diese Fragestellung.