Die Alterung bewirkt strukturelle und funktionelle Veränderungen im neuromuskulären System, die die freiwillige Kraftproduktion beeinträchtigen und somit die tägliche Funktion und das Wohlbefinden einschränken. Wir untersuchten, ob ältere Erwachsene die Fähigkeit zu motorischen Einheitsanpassungen durch eine kurzzeitige Krafttrainingsintervention bewahren, die bei jungen Erwachsenen bereits eine Steigerung des neuronalen Antriebs zum Muskel zeigte. Dreiundzwanzig ältere Erwachsene wurden einer Trainingsgruppe (INT, n = 13, 71 ± 4 Jahre) oder einer Kontrollgruppe (CON, n = 10, 69 ± 2 Jahre) zugeteilt und vor sowie nach der Intervention hinsichtlich der maximalen freiwilligen Kraft (MVF) der Fußhebers aktiviert getestet. Das Verhalten der motorischen Einheiten wurde aus hochauflösenden Oberflächen-EMG-Aufnahmen des M. tibialis anterior während submaximaler trapezförmiger Kontraktionen analysiert. Die INT-Gruppe absolvierte ein 4-wöchiges, betreutes, isometrisches Krafttrainingsprogramm, während die CON-Gruppe ihre gewohnte Aktivität fortsetzte. Hochauflösende Oberflächen-EMG-Signale wurden in einzelne motorische Einheiten zerlegt und über die Sitzungen hinweg verfolgt. Das Training steigerte die MVF um 17,6 % und erhöhte die Entladungsrate der motorischen Einheiten bei Rekrutierung (+8,2 %, P = 0,031) und bei konstanter Kraft (+11,3 %, P rm = 0,54–0,57, P < 0,05). Dieses Muster deutet darauf hin, dass eine gesteigerte intrinsische Erregbarkeit und synaptische Eingaben an die Motoneuronen zur Kraftsteigerung beitrugen. Diese Ergebnisse zeigen, dass trotz altersbedingter Umstrukturierungen der motorischen Einheiten das alternde Nervensystem auf gezieltes Krafttraining ansprechbar bleibt und die Fähigkeit für bedeutsame neuronale Anpassungen bewahrt. SCHLÜSSELZUTRÄGE: Wir untersuchten, ob eine kurzzeitige intensive Krafttrainingsintervention, die bereits bei jungen Erwachsenen die spinale Motorik signifikant erhöht hat, auch bei älteren Erwachsenen wirksam ist. Hochauflösendes Oberflächen-EMG wurde verwendet, um dieselben motorischen Einheiten vor und nach einem 4-wöchigen isometrischen Krafttraining zu identifizieren und longitudinal zu verfolgen. Wir fanden signifikante Kraftzuwächse bei älteren Erwachsenen, wobei der Anstieg der Muskelkraft mit erhöhten Entladeraten und persistierenden intrazellulären Strömen einherging, was darauf hinweist, dass die Verbesserung des neuronalen Antriebs ein zentraler Faktor für die beobachteten Kraftsteigerungen war. Trotz altersbedingter Umstrukturierung der Motoneuronen bleibt das ältere Nervensystem hoch ansprechbar auf Krafttraining und zeigt qualitativ ähnliche, jedoch abgeschwächte Anpassungen der motorischen Einheiten im Vergleich zu jungen Erwachsenen.
Casolo et al. (Fr,) untersuchten diese Fragestellung.