Diese Studie ist eine quantitative Untersuchung, die empirisch den Mechanismus positiver Emotionen und positivem psychologischem Kapital in der Beziehung zwischen von Organisationsmitgliedern wahrgenommenen organisatorischen Tugenden und emotionaler Erschöpfung testet. Die Stichprobe bestand aus 342 Kuratoren, die an nationalen, öffentlichen und privaten Kunstgalerien, Museen sowie bei kommunalen Kulturstiftungen beschäftigt sind. Die gesammelten Daten wurden mittels Strukturgleichungsmodellierung analysiert. Die Ergebnisse zeigen eine signifikant positive Beziehung zwischen organisatorischer Tugend und positiven Emotionen sowie eine ebenfalls signifikante positive Beziehung zwischen positiven Emotionen und positivem psychologischem Kapital. Weiterhin besteht eine signifikant negative Beziehung sowohl zwischen positivem psychologischem Kapital und emotionaler Erschöpfung als auch zwischen organisatorischer Tugend und emotionaler Erschöpfung. Die doppelte mediierende Wirkung von positiven Emotionen und positivem psychologischem Kapital wurde statistisch bestätigt, womit alle aufgestellten Hypothesen gestützt werden. Theoretisch erweitert diese Studie das Verständnis der psychologischen Mechanismen zwischen organisatorischer Tugend, positiven Emotionen und positivem psychologischem Kapital als Prädiktoren emotionaler Erschöpfung. Insbesondere stärkt sie die theoretische Basis der Organisationsverhaltensforschung durch gleichzeitige Prüfung der direkten und indirekten Effekte organisatorischer Tugend auf emotionale Erschöpfung und bietet einen integrativen Erklärungsrahmen aus positiver Psychologie. Praktisch weist sie darauf hin, dass tugendorientierte Bildungs- und Führungsentwicklungsstrategien zur Förderung positiver Emotionen und zur Entwicklung positiven psychologischen Kapitals wirksam zur Reduktion emotionaler Erschöpfung bei Kuratoren beitragen können. Darüber hinaus wird die Notwendigkeit betont, die tugendhaften Eigenschaften der Organisationsmitglieder strategisch im Personalmanagement und in der Gestaltung der Organisationskultur zu nutzen.
Mhin et al. (Sat,) untersuchten diese Fragestellung.