Das Jahr 2019 markierte einen Wendepunkt in der strategischen Rivalität zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran im Irak. Diese Studie untersucht, wie die überschneidenden Einflüsse beider Mächte die politische Landschaft des Iraks in diesem entscheidenden Jahr, insbesondere im Kontext der Protestbewegung im Oktober, tiefgreifend beeinflussten. Sie analysiert die Instrumente – politisch, militärisch und diplomatisch – die von beiden Akteuren eingesetzt wurden, um ihren Einfluss durch lokale Verbündete aufrechtzuerhalten und auszubauen, und bewertet gleichzeitig, wie diese Dynamiken interne Spaltungen und die Fragilität des Staates prägten. Besonderes Augenmerk gilt den Reaktionen der irakischen politischen Kräfte, den sich verändernden Ausrichtungen innerhalb der Schiitenblöcke, der vorsichtigen Positionierung sunnitischer und kurdischer Akteure sowie der Rolle des religiösen Establishments in Najaf. Auch die Ermordung von Qassem Soleimani und Abu Mahdi al-Muhandis wird als Katalysator für interne Polarisierung und als Herausforderung für die souveräne Entscheidungsfindung des Iraks behandelt. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass der Irak in Abwesenheit eines kohärenten nationalen Projekts ein umkämpfter Schauplatz für externe Rivalitäten blieb, wobei seine Souveränität und institutionelle Integrität wiederholt durch die gegensätzlichen Agenden ausländischer Mächte und ihrer inländischen Verbündeten untergraben wurden.
Abdul Karim Ajil (Mon,) untersuchte diese Frage.