Diese Studie zielt darauf ab, die akuten neurobiologischen Effekte des Rezitierens des Quran vom Mushaf auf die Spiegel von BDNF, Apelin und Cortisol im Speichel sowie deren Beziehung zum emotionalen Zustand zu untersuchen. Die Studie verwendete ein randomisiertes Prä-Test-Post-Test-Kontrollgruppendesign, das in der Türkei durchgeführt wurde. Die Stichprobe bestand aus 100 gesunden Theologiestudenten (50 weiblich, 50 männlich) im Alter von 18–25 Jahren, die im Rezitieren des Quran gemäß den Tajweed-Regeln geübt sind. Die Teilnehmer wurden zufällig entweder der Experimentalgruppe (Rezitieren der ersten neun Verse von Surah Al-Imran, n = 50) oder der Kontrollgruppe (standardisiertes passives Ausruhen, n = 50) zugeteilt. Die Spiegel von BDNF, Apelin und Cortisol im Speichel wurden vor und nach der Intervention mittels ELISA-Technik gemessen. Emotionale Zustände wurden mit der Stimmungs-Skala und der Skala für psychologisches Wohlbefinden bewertet. Die Experimentalgruppe zeigte nach dem Rezitieren einen statistisch signifikanten Anstieg der mittleren Speichel-BDNF- und Apelinwerte sowie eine signifikante Abnahme der Cortisolwerte im Vergleich zur passiven Kontrollgruppe (p < 0,05). Die Korrelationsanalyse zeigte eine signifikante „biologische Reziprozität“, wobei Cortisol negativ mit Apelin (r = -0,436, p < 0,001) und BDNF korrelierte und positiv mit negativen Emotionen. Das laute Rezitieren des Quran wirkt als schnelle psychophysiologische Intervention, die die HPA-Achse herunterreguliert (vermindertes Cortisol) und neurotrophe Faktoren hochreguliert (erhöhtes BDNF und Apelin). Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass strukturiertes Rezitieren als eine Praxis der regenerativen Neuroplastizität fungiert und die biologische Stressresilienz fördert, die mit psychologischem Wohlbefinden verbunden ist.
Okur et al. (Mon,) untersuchten diese Fragestellung.
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