Die Wiederbelebung des Empires/Imperialismus als Kategorie innerhalb des politischen und wissenschaftlichen Diskurses ist von einer Blüte kollektiver Erinnerungen vergangener Imperien begleitet worden. In diesem Essay schlage ich ein breites, flexibles Modell für postimperiale Studien vor, das auf der Beziehung zwischen Erbschaften und kollektiven Erinnerungen an Imperien basiert. Nach einer Skizzierung der aktuellen Debatten in der postimperialen Wissenschaft biete ich eine dialektische Theorie der Beziehung zwischen kollektiver Erinnerung und historischem Erbe an. Aufbauend auf Achille Mbembes grundlegenden Konzept des Postkolonialen schlage ich ein analoges Konzept, 'Postempire', vor. Ich präzisiere das Konzept des Postempire, indem ich die Erkenntnisse von Freuds Theorie des Unheimlichen in Bezug auf postimperiale Orte einbeziehe. Diese Diskussion unterstützt das verwandte Konzept der Deimperialität, das sowohl von dem etablierten Konzept der Dekolonialität abgrenzt als auch mit diesem verbunden ist. Anschließend skizziere ich eine Methodologie für die Studie von Postimperien mit einem dreigeteilten Fokus auf postimperiale Personen, Orte und Dinge. Um diese Methodologie zu veranschaulichen, führt der Essay eine Reihe von Orten und Beispielen in ehemaligen Habsburg-, Osmanischen und Romanow/Russischen Kontexten an. Zum Schluss reflektiere ich über die Affektmodi, die die Personifizierungen, Orte und Materialisierungen von Postempire charakterisieren, sowie über deren Implikationen für das Projekt der Deimperialität.
Jeremy F. Walton (Tue,) hat diese Frage untersucht.