Die Mainstream-Forschung fördert häufig das unternehmerische Handeln von Frauen als wirksame Lösung für die Unterordnung von Frauen im Haushalt und am Arbeitsplatz, während aktuelle feministische und kritische Forschung die Wünschbarkeit von Unternehmertum für Frauen und dessen Potenzial zur Ermächtigung in Frage stellt. Diese Studie verfolgt einen kritischen Ansatz, um zu verstehen, wie Geschlecht das Unternehmertum beeinflusst, wie letzteres die Geschlechtsidentität verändert und welche Folgen dies für Geschlechtergerechtigkeit und sozialen Wandel hat. Angesichts der Vielfalt und der inhärenten Widersprüche in den Konstruktionen und Strategien der Identität von Frauen sowie des Bedarfs an weiteren Studien in unter-rechercheten Kontexten tragen wir zur bestehenden Literatur bei, indem wir die Möglichkeiten und Grenzen des Unternehmertums zur Herausforderung geschlechtsspezifischer Hierarchien sowohl im Haushalt als auch im Geschäftsumfeld in der Türkei aufzeigen. Aus einer sozialkonstruktivistischen Perspektive konzentrieren wir uns darauf, wie Unternehmerinnen ihre Identität konstruieren und geschlechtsspezifische Praktiken navigieren. Basierend auf Erzählungen von Unternehmerinnen haben wir zwei Ergebnisse. Erstens konstruieren Unternehmerinnen ihre Identität, indem sie sich zwischen traditioneller Weiblichkeit und der maskulinen Natur des Unternehmertums in persönlichen und geschäftlichen Beziehungen positionieren. Zweitens beobachten wir, dass Frauen „Geschlecht machen“ durch Praktiken des „Überarbeitens“, der „instrumentellen Männlichkeit“ und des „Neugestar eines Geschlechts“ durch das „Neu konfigurieren ehelicher Rollen“, „Nutzung weiblicher Qualitäten“ und „Entwicklung eines kollektiven Bewusstseins“. Unsere Gesamtschlussfolgerung ist, dass, obwohl Unternehmerinnen danach streben, geschlechtsspezifische Hierarchien herauszufordern, und einige erfolgreich sind, die Auswirkungen dieser Bemühungen begrenzt bleiben.
Ertugal et al. (Thu,) haben diese Frage untersucht.