Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Auswirkungen der restriktiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank im Jahr 2022 auf die Investitionsdynamik im Bereich erneuerbarer Energien in Mittel- und Osteuropa (MOE). Diese Region ist durch het- erogene institutionelle Rahmenbedingungen, tiefgreifende wirtschaftliche und finanzielle Verflechtungen sowie im Vergleich zu Westeuropa strukturell schwächere Kapitalmärkte geprägt, verbindet sich jedoch mit diesem durch das Ziel des European Green Deal, bis 2050 der erste klimaneutrale Kontinent zu werden. Die MOE-Staaten sahen sich zu Be- ginn der Energiekrise 2021–2022 mit einer massiven Abhängigkeit von russischen Gasim- porten konfrontiert. Daraus ergab sich die doppelte Herausforderung, einen inflations- getriebenen geldpolitischen Schock zu bewältigen und gleichzeitig die Dekarbonisierung voranzutreiben. Mittels eines Länder-Panel-Datensatzes (2014–2024) und eines Differenz- von-Differenzen-Ansatzes wird analysiert, inwieweit die Zugehörigkeit zur Eurozone bzw. zur EU sowie länderspezifische Unterschiede im Erdgasverbrauch die Investitionsreak- tionen auf verschärfte Finanzierungsbedingungen moderieren. Die Ergebnisse verdeut- lichen, dass primär politisch-regulatorische Rahmenbedingungen und nicht die monetären Rahmenfaktoren die Investitionspfade prägten. Der EU Green Deal induzierte einen ro- busten Wachstumseffekt von 11,7%, der unter Berücksichtigung des Gasverbrauchs bei signifikanten 8,2 % verbleibt. Damit wurde der dämpfende Druck der Zinswende effektiv neutralisiert.
Ana Gracanin (Thu,) studied this question.