Obwohl die Medien eine entscheidende Rolle in der #MeToo-Bewegung gespielt haben, hat die Forschung zu #MeToo und Journalismus hauptsächlich Journalisten als Nachrichtenanbieter untersucht, während ihr eigenes Engagement mit der Bewegung unzureichend erforscht wurde. In Schweden war #MeToo durch die Bildung von Petitionsgruppen in verschiedenen Berufen, einschließlich des Journalismus, gekennzeichnet. Dieser Artikel stützt sich auf qualitative Analysen von Petitionstexten und Interviews, um zu erforschen, wie Schlüsselakteure in der schwedischen Journalismusbranche die #MeToo-Petition #Deadline sexuelle Belästigung konzeptionieren, die Folgen der Bewegung einschätzen und über laufende Bemühungen um Geschlechtergleichheit reflektieren. Die Ergebnisse zeigen, dass die Teilnehmer sexuelle Belästigung sowohl als strukturelles als auch als kulturelles Problem betrachten, dessen Ursachen und Lösungen sich auf gesellschaftlichen und organisatorischen Ebenen befinden. Prekäre Beschäftigung erwies sich als bedeutender Risikofaktor. Darüber hinaus behindern berufliche Normen, Ideale und Selbstwahrnehmungen die Identifizierung von Journalisten als Aktivisten oder Opfer. Eine wiederkehrende Erklärung für das Bestehenbleiben von Belästigung ist die „Kultur des Schweigens“, die Mitarbeiter davon abhält, sich zu äußern. Im Journalismus wird dieses Schweigen durch spezifische kulturelle und strukturelle Bedingungen sowie durch berufliche Ideale wie Härte und Objektivität verstärkt. Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der Untersuchung, wie Prozesse auf unterschiedlichen Ebenen geschlechtergenerierte Substrukturen co-konstruieren und Strategien entwickeln, die sensibel für den spezifischen organisatorischen und kulturellen Kontext des Journalismus sind.
Sveningsson et al. (2026) haben diese Frage untersucht.
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