ZUSAMMENFASSUNG Dieser Artikel untersucht, wie das humanitäre Management der Toten im Konflikt um Berg-Karabach verstorbene Soldaten als Objekte der Fürsorge konstruiert und sie in die „Menschlichkeit nach dem Leben“ einbezieht – ein postmortales Register humanitärer Sorge. Anhand ethnographischer Forschung mit Angehörigen vermisster Personen und Beobachtungen der Pflegepraktiken rund um die Kriegstoten im Nachkriegs-Aserbaidschan argumentiere ich, dass unter Aserbaidschans System der obligatorischen Wehrpflicht die humanitäre Praxis die ethische und institutionelle Aufmerksamkeit von lebenden Wehrpflichtigen im aktiven Dienst auf die Toten verlagern kann, wodurch „Menschlichkeit“ am institutionell durchsetzbarsten durch Bergung, Identifizierung und Beerdigung wird. Ich nenne dies posthume Menschlichkeit: den Prozess, durch den Leichname ein durchsetzbarer Ort internationaler humanitärer rechtlicher Anerkennung und prozeduraler Fürsorge werden, während dieselben Individuen, solange sie lebten und als Mitglieder der Streitkräfte waren, rechtmäßig angreifbar waren, während sie an Feindseligkeiten gemäß dem Unterscheidungsprinzip des IHL teilnahmen. Ich zeige, wie „Menschlichkeit“ hier als juristisches Register funktioniert, das durch IHL-Kategorien und humanitäre Praktiken verteilt wird. Der Artikel stellt auch die rechtlich-humanitäre Kategorie „Kinder“ in Frage, indem er nachverfolgt, wie Verwandtschaftsidiome, wie das Referieren auf einberufene Söhne als uşaqlar („Kinder“), die rechtlichen Unterschiede zwischen geschützten Zivilisten und Kombattanten destabilisieren. Die Analyse trägt zu anthropologischen Debatten über Recht, Verwandtschaft, Humanitarismus und die Politik des Todes bei.
Leyla Jafarova (Mon,) untersuchte diese Frage.
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