N,N-Dimethyltryptamin (DMT) ist eine natürlich vorkommende Indolamin mit halluzinogenen und antidepressiven Effekten beim Menschen. Hier haben wir die Effekte von DMT und S-Ketamin, einem schnell wirkenden Antidepressivum, bei hilflosen Mäusen verglichen. Um Hilflosigkeit zu induzieren, wurden männliche einzeln und gruppenhaltende Mäuse unentkommbaren Fußschockstress ausgesetzt; nur hilflose Tiere wurden anschließend mit S-Ketamin 10 oder 30 mg/kg (ip), DMT 10 oder 25 mg/kg (ip) oder Vehikel behandelt und in Verhaltensassays getestet. In depressiven Verhaltensprüfungen kehrten S-Ketamin und DMT (beide bei 10 mg/kg), nur bei gruppenhaltenden Mäusen, 24 Stunden nach der Verabreichung, Fluchtdefizite um und reduzierten die Fluchtlatenz im erlernten Hilflosigkeitsmodell. Bei hilflosen einzeln gehaltenen Mäusen verhinderte fünftage nach der Medikamentenverabreichung eine Dosis von jeweils 10 mg/kg bei beiden Verbindungen stressinduzierte Anhedonie im Saccharosepräferenztest. Im Schwanzaufhängtest reduzierte DMT (10 mg/kg) die Immobilität bis zu 8 Tage nach der Injektion, während die Effekte von S-Ketamin (30 mg/kg) bis zu 30 Stunden nach der Injektion anhielten. In angstbezogenen Verhaltensprüfungen kehrte DMT (10 mg/kg), jedoch nicht S-Ketamin, stressinduzierte Hypolokomotion im offenen Feldtest um und erhöhte die Erkundung in den offenen Armen des erhöhten Plus-Maze bis zu 5 Tage nach der Verabreichung. In der neuheitlich unterdrückten Fressverhalten, 8 Tage nach der Medikamentenverabreichung, veränderten weder DMT noch S-Ketamin das Verhalten der Mäuse. Zusammenfassend ist DMT ebenso effektiv wie S-Ketamin bei der Erzeugung schneller und langanhaltender antidepressiver Effekte bei hilflosen Mäusen. Die aktuellen Daten deuten auch auf anxiolytische Effekte von DMT hin. Letztendlich heben die Hauptbefunde das transdiagnostische therapeutische Potenzial von DMT für stressbezogene Störungen hervor. • S-Ketamin ließ schnell wirkende und langanhaltende antidepressive Effekte bei hilflosen Mäusen erkennen; • DMT kehrte schnell und nachhaltig Hilflosigkeit und Anhedonie bei Mäusen um; • DMT zeigte anxiolytische Wirkungen bei hilflosen Mäusen mit späterem Beginn.
Sousa-Silva et al. (2026) untersuchten diese Frage.