Zusammenfassung Der Hydroxylradikal (OH) ist das primäre atmosphärische Oxidationsmittel, das die Entfernung von kurzlebigen Treibhausgasen wie Methan und die Bildung sekundärer Schadstoffe, einschließlich Ozon, steuert. Das Verständnis der langfristigen Variabilität von OH ist entscheidend für das Verständnis der atmosphärischen Oxidationskapazität und die Ausarbeitung von Strategien zur Verbesserung der Luftqualität. Obwohl frühere Studien einen Zusammenhang zwischen OH-Zunahmen und anthropogenen Emissionen, insbesondere von Stickstoffoxiden (NOx), hergestellt haben, bleibt die historische Entwicklung von OH schlecht eingegrenzt. Hier entwickeln wir eine beobachtungsbasierte Methode (OBM), um die raum-zeitliche Variabilität der OH-Konzentration in der Luft zu quantifizieren und ihre wesentlichen Wendepunkte für China, Europa und die Vereinigten Staaten zu identifizieren. Im Vergleich zu sauberen Regionen haben die OH-Konzentrationen in allen drei Regionen um etwa 300 % zugenommen, hauptsächlich bedingt durch erhöhte NOx-Emissionen. OBM-abgeleitete Trends zeigen jedoch, dass die OH-Werte einen Wendepunkt erreicht haben, wobei an etwa 10 % der Stationen in Europa und den Vereinigten Staaten statistisch signifikante Abnahmen beobachtet wurden, während etwa 85 % der Stationen weiterhin ansteigen. In den mittleren Breitengraden der Hemisphäre sind die OH-Werte in den letzten 50–60 Jahren nahe den Höchstwerten von (5–9) × 10^6 cm−3 geblieben, und es könnte noch mehrere Jahrzehnte dauern, bis vollständig zum NOx-begrenzten Regime zurückgekehrt wird, jenseits des Wendepunkts. Diese Ergebnisse stellen frühere Bewertungen von OH-Zunahmen oder -Stabilität in Frage und deuten auf einen aufkommenden Rückgang der atmosphärischen Oxidationskapazität in mittleren Breiten hin und bieten einen neuartigen Indikator für regionale Ozonkontrollstrategien.
Wei et al. (Mon,) haben diese Frage untersucht.