Antizipierte moralische Emotionen von Scham und Schuld können Menschen davon abhalten, Straftaten zu begehen, aber ihre Wirkung bleibt aufgrund konzeptioneller und methodologischer Einschränkungen unklar. Diese Meta-Studie liefert eine genauere Schätzung dieser Wirkung und untersucht die zugrunde liegenden Mechanismen. Wir haben sieben experimentelle Datensätze mit insgesamt 18.686 Teilnehmern aus acht Ländern neu analysiert, die neun Ergebnisse umfassten. Die kombinierten Effekte von Scham und Schuld auf die Deliktsabsichten wurden geschätzt, bevor und nachdem füreinander sowie für persönliche Normen kontrolliert wurde. Sowohl Scham als auch Schuld sagten negativ die Deliktsabsichten voraus, wobei die Effekte abnahmen, aber nicht verschwanden, nachdem geeignete Kovariaten hinzugefügt wurden. Moralische Normen und Emotionen hatten einen multiplikativen negativen Effekt auf Delikte. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Emotionen und moralische Normen die Deliktsabsichten beeinflussen und sich gegenseitig in ihrem Effekt zur Verhinderung von Verbrechen verstärken können.
Uhl et al. (Mittwoch) haben diese Frage untersucht.