Zusammenfassung: In diesem Artikel wird diskutiert, dass die ‚Finanzen werden Technik‘ in Form bestimmter finanzieller Situationen im Alltag angenommen werden, die im Sinne des Konzepts der Interaktionsordnung von Erving Goffman verstanden werden müssen. Während der interaktionistische Ansatz in der sozialen Finanzforschung die Rolle von techno-sozialen Situationen in der Konstitution von Finanzen hervorhebt, schlägt dieser Artikel vor, Goffmans Begriff der ‚Interaktionsordnung‘ auf diese Debatte anzuwenden und zeigt die Fähigkeit letzterer auf, die techno-sozialen Mechanismen zu rekonstruieren, durch die Finanzen im Alltag entstehen. Im Gegensatz zum Begriff der ‚Situation‘ befasst sich die Interaktionsordnung mit der Konstitution situationaler Grenzen durch interaktionale Verfahren, da sie nur teilweise und selektiv auf Umstände ihrer sozialen Kontexte verweist. Vor diesem Hintergrund werden Online-Finanzpraktiken analytisch als techno-soziale Situationen konturiert, die das Entstehen von Finanzen als eine Angelegenheit des Alltags ermöglichen. Es wird argumentiert, dass die ermöglichende Bedingung für diese Vermischung von alltäglichen und finanziellen Prozessen eine spezifische Abgrenzung der digitalen-finanziellen Interaktionsordnung von Teilen ihres politischen ökonomischen Kontexts ist – insbesondere die Unsicherheit, die die Finanzwirtschaft strukturell charakterisiert.
Andreas Langenohl (Do,) hat diese Frage untersucht.
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