ZUSAMMENFASSUNG Traditionelle Maßnahmen zur urbanen Erreichbarkeit stützen sich oft auf statische Modelle oder Umfragedaten. Standortinformationen aus Mobilfunknetzen ermöglichen jedoch großangelegte, dynamische Analysen, wie Menschen sich in Städten bewegen. In dieser Studie verwenden wir eXtended Detail Records (XDRs) aus der Mobiltelefonaktivität, um Pendelmuster und Erreichbarkeitsungleichheiten in Santiago, Chile, zu analysieren. Wir identifizieren Wohn- und Arbeitsorte und modellieren Pendelrouten mit öffentlichen Verkehrsmitteln und zu Fuß mithilfe der R5-Multimodal-Routing-Engine. Räumliche Muster werden mit bivariaten lokalen Indikatoren der räumlichen Assoziation (LISA) sowie mit Regressionsmethoden untersucht, um unterschiedliche Pendelverhalten und deren Übereinstimmung mit vulnerablen Bevölkerungsgruppen zu identifizieren. Unsere Ergebnisse zeigen, dass die durchschnittlichen Pendelzeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln zwischen den sozioökonomischen Gruppen nicht signifikant variieren, jedoch markante Ungleichheiten auftreten, wenn die Erreichbarkeit berücksichtigt wird. Wohlhabende Nachbarschaften weisen durchweg eine hohe Erreichbarkeit auf, während einkommensschwache Gebiete deutlich niedrigere Werte zeigen. Wichtig ist, dass diese Unterschiede nicht in längeren Pendelzeiten für einkommensschwache Gruppen resultieren, was auf eine schwache Beziehung zwischen der Nähe zu Angeboten und den beobachteten Reisezeiten hinweist. Die Analyse zeigt auch signifikante Unterschiede zwischen soziodemografischen Gruppen, insbesondere in Bezug auf indigene Bevölkerungen und Geschlecht. Der vorgeschlagene Ansatz ist leicht skalierbar und kann Bewertungen von Änderungen in den Pendelmustern sowie den Auswirkungen urbaner Interventionen unterstützen.
Marin‐Flores et al. (Do,) haben diese Frage untersucht.