ZUSAMMENFASSUNG Dieser Artikel beschreibt und bewertet eine allgemeine evolutionäre Theorie zur Erklärung der Variation zwischen Individuen in der Schmerzempfindlichkeit, das Vulnerabilitäts-Wert-Chancen-Modell. Das Modell postuliert, dass die Schmerzempfindlichkeit durch die Anfälligkeit für fitnessreduzierende Verletzungen (Wahrscheinlichkeiten von Schäden, einschließlich Infektionen), Fischer-Wiederaufbau-Wert (Fitnesskosten von Verletzungen) und den Kompromiss von Schmerzen mit anderen Komponenten der Fitness (Opportunitätskosten) vermittelt wird. Die Vorhersagen des Modells werden durch Analysen der lebenshistorischen und hormonellen Korrelationen von Schmerz bewertet, mit besonderem Bezug auf Frauen und weiblich-biased Schmerzbedingungen bei Menschen. Die Anfälligkeit für Schmerz und Schmerzbedingungen sind verbunden mit (1) frühem Alter der Menarche, (2) niedrigem Testosteron und (3) hohem Leptin. Die Schmerzempfindlichkeit bei Frauen scheint somit hormonell vermittelte Kompromisse zwischen Fortpflanzung und Überlebensfähigkeit (Verteidigung) zu umfassen. Mechanistisch wird die Anfälligkeit für Schmerzen bei Frauen durch Kompromisse vermittelt, die Entzündungen betreffen, ein integraler, adaptiver Bestandteil der Fortpflanzung, Immunabwehr und die Regulierung des Schmerzesystems. Weiblich-biased Schmerzen werden auch durch evolutionäre Missanpassungen erhöht, einschließlich eines früheren Alters der Menarche und häufigeren Menstruationen. Diese Arbeit hat spezifische Implikationen für die Reduzierung und das Management von Schmerzen und Schmerzbedingungen bei Frauen und skizziert ein Programm der evolutionären medizinischen Forschung, das darauf abzielt, dieses Gebiet voranzubringen.
Bernard Crespi (Sat,) hat diese Frage untersucht.