Ziel dieser Studie ist es, eine kliniko-ikonographische Diagnose von gichtigen Tophi im Gemälde Portrait eines Gelehrten (Archimedes) von Domenico Fetti vorzuschlagen und die morphologischen Merkmale im Verhältnis zu Differenzialdiagnosen wie Osteoarthritis und rheumatoider Arthritis zu bewerten. Eine detaillierte visuelle und morphologische Analyse des Gemäldes wurde durchgeführt, wobei der Fokus auf den anatomischen Merkmalen der dargestellten Hand lag. Die beobachteten Merkmale wurden innerhalb eines klinischen Rahmens interpretiert und mit bekannten Manifestationen von Gicht, Osteoarthritis und rheumatoider Arthritis verglichen. Die Bewertung erfolgte gemäß den Internationalen Richtlinien für Ikonodiagnose. Das Gemälde zeigt knötchenartige Formationen auf Höhe des Daumens sowie an den proximalen und distalen Interphalangealgelenken des Zeigefingers und dem Interphalangealgelenk des dritten Fingers. Diese Merkmale sind konsistent mit tophaceösen Ablagerungen, die bei chronischer Gicht beobachtet werden. Die Verteilung und Morphologie der Knoten sind weniger kompatibel mit Osteoarthritis und rheumatoider Arthritis, basierend auf ihren typischen klinischen Mustern. Die kliniko-ikonographische Korrelation unterstützt eine retrospektive Diagnose einer wahrscheinlichen chronischen gichtigen Arthritis mit einem Evidenzgrad II. Diese Studie hebt den Wert von Kunstwerken als potenzielle historische Quellen für medizinische Beobachtungen hervor und überbrückt die Kunstgeschichte mit der klinischen Interpretation.
Bobu et al. (Sat,) haben diese Frage untersucht.