Hintergrund: Die Amyand-Hernie ist ein seltenes Krankheitsbild, das durch das Vorhandensein des Wurmfortsatzes innerhalb eines Leistenbruchs gekennzeichnet ist. Ihre Inzidenz ist gering, und die Assoziation mit einer akuten Appendizitis ist noch seltener, was oft zu diagnostischen Schwierigkeiten führt. Die meisten Fälle werden intraoperativ diagnostiziert, insbesondere wenn sie sich als incarcerierter oder strangulierter Bruch präsentieren. Fallpräsentation: Wir berichten über den Fall eines 66-jährigen Mannes mit einer 30-jährigen Geschichte einer unbehandelten rechten inguinoskrotalen Hernie, der mit akuten Schmerzen im Skrotum und Anzeichen einer intestinalen Obstruktion vorstellig wurde. Bei der körperlichen Untersuchung wurde eine schmerzhafte, nicht reduzierbare rechte inguinoskrotale Masse festgestellt. Laboruntersuchungen zeigten erhöhte Entzündungsmarker. Die Computertomographie zeigte einen incarcerierten rechten Leistenbruch mit Darm schleifen. Es wurde eine Notfalloperation durchgeführt. Intraoperativ wurde ein entzündeter Wurmfortsatz mit einem periappendizitären Abszess innerhalb des Herniensacks identifiziert. Appendektomie, Abszessdrainage und Hernioplastik wurden erfolgreich durchgeführt. Der postoperative Verlauf war unauffällig, und der Patient wurde in gutem klinischen Zustand entlassen. Die histopathologische Untersuchung bestätigte eine akute unspezifische Appendizitis ohne Perforation. Fazit: Die Amyand-Hernie, kompliziert durch eine akute Appendizitis, ist ein ungewöhnlicher chirurgischer Befund, der einen incarcerierten Leistenbruch vortäuschen kann. Eine frühe chirurgische Intervention und eine individuelle Behandlung basierend auf intraoperativen Befunden sind entscheidend, um günstige Ergebnisse zu erzielen.
Ortiz et al. (Fri,) untersuchten diese Frage.