Zusammenfassung Hintergrund Die COVID-19-Pandemie hat die Herausforderungen aufgezeigt, die durch die rasche Verbreitung von Fehlinformationen und Desinformation entstehen, und verstärkt damit die gesellschaftliche Polarisierung und das institutionelle Misstrauen. Zu verstehen, wie Fehlinformationen und Desinformation in der öffentlichen Diskussion wahrgenommen und gerahmt werden, ist entscheidend für die Entwicklung von Strategien zur Stärkung der gesellschaftlichen Resilienz und zur Förderung informierter Entscheidungen in Krisenzeiten. Ziel Diese Studie untersucht die Verwendung der Begriffe Fehlinformation und Desinformation im öffentlichen Diskurs in der Schweiz während der COVID-19-Pandemie und analysiert deren Rahmung in Zeitungsartikeln und sozialen Medien. Die Ergebnisse sollen Entscheidungsträger und Journalisten oder Kommunikatoren informieren, um die gesellschaftlichen Auswirkungen von Fehlinformationen und Desinformation durch die Förderung eines gemeinsamen Verständnisses der Begriffe Fehlinformation und Desinformation zu mindern. Methoden Wir haben 2 Datensätze analysiert, die eine Pipeline der natürlichen Sprachverarbeitung umfassen, einschließlich Lemmatisierung, Ko-Occurrences-Analyse und semantische Netzwerkabbildung: Medienartikel, die über Factiva abgerufen wurden, und Social-Media-Beiträge, die über CrowdTangle gesammelt wurden. Ergebnisse Die Rahmung von Fehlinformationen und Desinformation variierte erheblich zwischen den Datensätzen. Die Nachrichtenmedien hoben ihre Rolle bei der Gestaltung der öffentlichen Meinung hervor und diskutierten häufig die Spannung zwischen journalistischer Integrität und der Verstärkung von Unwahrheiten. In sozialen Medien zeigten sich polarisierte Narrative, bei denen die Diskussionen sich auf Verschwörungstheorien, Misstrauen in Institutionen und basisdemokratische Mobilisierung konzentrierten. Schlussfolgerungen Differierende Narrative zu den Konzepten Fehlinformation und Desinformation im öffentlichen Diskurs spiegeln größere gesellschaftliche Spannungen wider. Eine robuste journalistische Integrität in den Medien und Resilienzstrategien gegen Fehlinformationen und Desinformation, die die Öffentlichkeit durch Ansätze zur Informationskompetenz stärken, sind entscheidend, um Gräben zu überwinden und die Polarisierung zu verringern.
Germani et al. (Mon,) haben diese Frage untersucht.