Psychische Gesundheit ist zu einem zentralen öffentlichen Gesundheitsthema geworden, und soziale Medien prägen zunehmend, wie sie wahrgenommen wird. Als glaubwürdige Akteure nutzen Organisationen im Mental-Health-Bereich soziale Medien zur Förderung des psychischen Wohlbefindens. Bislang ist jedoch wenig darüber bekannt, wie nationale Kontexte diese Kommunikation beeinflussen. Die Analyse dieser Unterschiede ist bedeutsam, da digitale Gesundheitskommunikation öffentliche Einstellungen und Stigmatisierung prägt und beeinflusst, wem die Verantwortung für die mentale Gesundheit zugeschrieben wird. Auf Grundlage einer quantitativen Inhaltsanalyse von 300 Instagram-Beiträgen (100 pro Land) untersucht die Studie, wie Organisationen im Vereinigten Königreich, Deutschland und Kroatien psychische Gesundheit darstellen. Die Inhaltsanalyse wird durch einen kontextuell-vergleichenden Ansatz ergänzt, der die Ergebnisse in die kulturellen Merkmale und Gesundheitssysteme der jeweiligen Länder einordnet. Länderübergreifend nutzen Organisationen Instagram vor allem für Bildungs- und Promotionzwecke, wobei psychische Gesundheit häufig allgemein thematisiert wird. Lösungsansätze sind überwiegend individuell ausgerichtet und betonen Verhaltens- sowie Lebensstiländerungen. Anti-Stigma-Botschaften und Hinweise zur Aufrechterhaltung einer guten mentalen Gesundheit sind weit verbreitet. Trotz insgesamt ähnlicher Kommunikationsmuster zeigen sich Unterschiede in der Schwerpunktsetzung. Während im Vereinigten Königreich Anti-Stigma-Strategien und Outreach-Maßnahmen im Vordergrund stehen, legt Deutschland einen stärkeren Fokus auf diagnose- und behandlungsbezogene Inhalte, wohingegen Kroatien allgemeine Gesundheitsförderung sowie die organisationale Sichtbarkeit betont. Die Studie unterstreicht die Bedeutung kultureller und struktureller Kontexte für die Analyse organisationaler Kommunikation zur psychischen Gesundheit im Ländervergleich.
Paola Petrac (Thu,) studied this question.