Diese Diplomarbeit befasst sich mit der Wiederverwendung von Holzkonstruktionen in Japan mit Fokus auf kaskadierende Nutzungszyklen von Holzbauteilen. Holz wird zunehmend als ökologische Alternative zu Beton und Stahl herangezogen. Ein Materialkreislauf kann aber nur entstehen, wenn die Materialnutzung über einen Lebenszyklus hinaus geht und nicht unmittelbar danach in der thermischen Verwertung endet. Andernfalls gehen wesentliche Vorteile, wie die Speicherung von Kohlenstoff, verloren. Japan hat eine lange Tradition im Holzbau und in der Wiederverwendung von Holz. Historisch war der Umgang mit Holz sowohl spirituell geprägt, aber auch eine pragmatische Notwendigkeit. Sowohl die kulturellen als auch konstruktiven Prinzipien, historisch und aktuell bilden die Grundlage dieser Arbeit. Am Beispiel des Rings der EXPO in Osaka wird erforscht, in welchem Umfang das Material in aufeinanderfolgenden Lebenszyklen wiederverwendet werden kann. Als Basis dient die Grundlagenrecherche, die Literatur, Experteninterviews, sowie die Besichtigung der Struktur in Osaka. Konzeptuelle Entwürfe zeigen beispielhaft, welche Szenarien einer kaskadierenden Wiederverwendung des Materials des Rings möglich wären. Die Arbeit zeigt, dass die Wiederverwendbarkeit von Holz weniger durch die Materialeigenschaften als durch planerische und regulatorische Rahmenbedingungen begrenzt ist. Auf Basis der hier gesammelten Erkenntnisse entwirft die vorliegende Arbeit abschließend eine Strategie für eine mehrfache Wiederverwendung von Holz im Sinne der Zirkularität.
Nina Pospišil (Sun,) studied this question.