Hintergrund: Das Wissen und die Selbstwirksamkeit der Pflegekräfte in der Palliativpflege haben erheblichen Einfluss auf die Qualität der Versorgung von Patienten und ihren Familien. Die Selbstwirksamkeit ist ein wichtiger Prädiktor für die Qualität der Palliativpflege. Diese Studie zielte darauf ab, die Wirkung einer Palliativpflege-Ausbildung auf die Selbstwirksamkeit und die moralische Belastung von Intensivpflegekräften zu untersuchen. Materialien und Methoden: Es wurde eine semiexperimentelle Studie mit 40 Intensivpflegekräften durchgeführt. Die Teilnehmer wurden zufällig der Interventions- oder Kontrollgruppe zugeteilt. Als Datenerhebungsinstrumente dienten die Palliative Care Self-Efficacy Scale und der Corley Moral Distress Questionnaire. Die Palliativpflege-Schulungen fanden in vier Sitzungen am Rajaee Cardiovascular, Medical, and Research Institute statt. Post-Tests wurden zwei Wochen nach Abschluss der Intervention durchgeführt. Die Daten wurden mit den Tests von Shapiro–Wilk, Mann–Whitney U und Wilcoxon analysiert; alle Analysen erfolgten mit SPSS Version 22. Ergebnisse: Das Durchschnittsalter der Pflegekräfte betrug 36,01 ± 9,10 Jahre, mit einer durchschnittlichen Berufserfahrung von 11,16 ± 8,09 Jahren. Vor der Intervention erreichten die Pflegekräfte 57 % der Gesamtpunktzahl der Selbstwirksamkeit (13,81 ± 6,20) im Symptommanagement. Nach der Intervention entfielen 78 % der Gesamt-Selbstwirksamkeitspunkte (18,73 ± 4,49) auf die psychologischen und sozialen Bereiche, während das Symptommanagement 73 % der Gesamtpunktzahl (17,63 ± 5,02) ausmachte. In der Interventionsgruppe stieg die Selbstwirksamkeit der Palliativpflege um 16,07 ± 9,65 (P < 0,001). Zudem verringerte sich das Niveau der moralischen Belastung in der Interventionsgruppe im Vergleich zum Ausgangswert um 16,47 ± 45,73 Punkte (P = 0,025). Schlussfolgerung: Die Palliativpflege-Schulung stärkt die Selbstwirksamkeit der Pflegekräfte in psychosozialer Unterstützung und Symptommanagement und reduziert dabei die moralische Belastung. Trotz einiger Einschränkungen liefert diese Studie wertvolle Erkenntnisse, die darauf hinweisen, dass ein kurzfristiges, kosteneffizientes Schulungsprogramm positive Auswirkungen auf die Pflegepraxis haben kann. Diese Ergebnisse sind relevant für politische Entscheidungsträger und Fachkräfte im Gesundheitswesen und unterstreichen die Notwendigkeit evidenzbasierter Management- und Ausbildungsinitiativen in der Palliativpflege.
Norouzadeh et al. (Sun,) untersuchten diese Fragestellung.