Indien und Russland teilen eine der beständigsten strategischen Partnerschaften in den gegenwärtigen internationalen Beziehungen. Die bilateralen Beziehungen haben sich durch unterschiedliche historische Phasen entwickelt, von der Sowjetzeit, die durch staatlich geförderte industrielle Zusammenarbeit und Rupien-Rubel-Handelsmechanismen gekennzeichnet war, bis zur postsowjetischen Periode, die durch marktorientiertes wirtschaftliches Engagement und diversifizierte sektorale Zusammenarbeit geprägt ist. Dieser Artikel untersucht kritisch die Entwicklung, Struktur und Perspektiven der indisch-russischen Wirtschaftszusammenarbeit mit besonderem Schwerpunkt auf Handelsdynamik, industrieller Zusammenarbeit, Energiesicherheit, Technologiepartnerschaften und aufkommenden Bereichen wie künstlicher Intelligenz und seltenen Erden. Das Papier hebt hervor, wie die sowjetische technische Unterstützung wesentlich zur Industrialisierung Indiens in den frühen Jahrzehnten nach der Unabhängigkeit beigetragen hat, durch bedeutende Projekte im Stahlbereich, in der Erdölraffination, im Schwermaschinenbau und in der Energieerzeugung. Der Zusammenbruch der Sowjetunion im Jahr 1991 unterbrach jedoch etablierte Handelsmechanismen, was zu einem starken Rückgang des bilateralen Handels und zu einem allmählichen Übergang zu marktbasierten Wirtschaftsbeziehungen führte. In der aktuellen Periode ist der Energiehandel – insbesondere Rohölimporte – die dominierende Komponente des bilateralen Handels geworden und verursacht ein bedeutendes Handelsungleichgewicht. Trotz starker politischer Beziehungen und einer "Besonderen und privilegierten strategischen Partnerschaft" bleibt die wirtschaftliche Zusammenarbeit unter ihrem Potenzial. Der Artikel identifiziert entscheidende Engpässe, darunter eine begrenzte Exportdiversifizierung, logistische Einschränkungen, Probleme bei Zahlungsabwicklungen, Visabeschränkungen und unzureichende Beteiligung des Privatsektors. Er untersucht zudem aufkommende Chancen in Sektoren wie Kernenergie, Pharmazie, digitaler Technologie, seltenen Erden, Eisenbahnen, künstlicher Intelligenz und verteidigungsindustrieller Kooperation. Das Papier kommt zu dem Schluss, dass verbesserte institutionelle Rahmenbedingungen, eine verbesserte finanzielle Konnektivität und eine tiefere Integration durch Mechanismen wie ein Freihandelsabkommen zwischen Indien und der Eurasischen Wirtschaftsunion das wirtschaftliche Element dieser strategischen Partnerschaft erheblich stärken könnten.
Sumant Swain (Sat,) hat diese Fragestellung untersucht.