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ZUSAMMENFASSUNG. Aus dem Wirtspflanzen-Spinnmilben-Komplex Phaseolus lunatus—Tetranychus urticae Koch wird ein flüchtiger chemischer Stoff emittiert, der als Kairomon für die Raubmilbe Phytoseiulus persimilis Athias‐Henriot fungiert (Sabelis et al., 1984a). Dieses Kairomon ist offenbar ein Nebenprodukt eines lebenswichtigen physiologischen Prozesses und/oder hat eine Funktion in der Biologie der Spinnmilbe. Der Spinnmilben-Wirtspflanzen-Komplex emittiert auch ein flüchtiges Pheromon zur Verbreitung von Spinnmilben. Dies wird in der vorliegenden Studie gezeigt, in der Spinnmilben in ein Duftfeld auf einem horizontalen Bildschirm in einem vertikalen Luftstrom-Olfaktometer eingeführt wurden. Wenn mit Spinnmilben befallene Blätter der Lima-Bohne angeboten werden, bewegen sich die Spinnmilben hauptsächlich geradeaus und erreichen bald den Rand des Bildschirms. Im Gegensatz dazu bewegen sich die Milben bei sauberen Lima-Bohnenblättern die meiste Zeit gewunden und erreichen den Rand des Bildschirms viel später. Künstlich beschädigte Pflanzen zeigen die gleiche Reaktion wie unbeschädigte Pflanzen. Unterschiede im Verhalten der Spinnmilben werden im vertikalen Luftstrom-Olfaktometer beobachtet, wenn entweder der Duft von sauberen oder mit Spinnmilben befallenen Blättern angeboten wird. Ein Vergleich des Verhaltens in diesen beiden Situationen mit dem, wenn kein Duft angeboten wird, deutet darauf hin, dass Lima-Bohnenblätter ein flüchtiges Kairomon emittieren, das T. urticae aktiviert und sie dazu bringt, zurückzukehren, nachdem der Reiz verloren gegangen ist. Ein Y-Rohr-Olfaktometer-Experiment bestätigt die Existenz dieses Kairomons. Bei einem niedrigen Verhältnis von dispersierendem Pheromon zu Pflanzenkairomon verhalten sich die Spinnmilben, als ob nur Kairomon vorhanden wäre und gehen hauptsächlich gewunden. Bei einem hohen Verhältnis verbreiten sie sich. Ein aggregationspheromonal Effekt wird nicht beobachtet. Die Möglichkeit, dass das dispersierende Pheromon der Spinnmilben als Kairomon für P. persimilis wirkt, wird diskutiert.
Marcel Dicke (Mon,) untersuchte diese Frage.