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Die Priorisierung von Gesundheitsinterventionen erfolgt oft ad-hoc und Ressourcen werden nicht optimal genutzt. Das zugrunde liegende Problem ist, dass multiple Kriterien eine Rolle spielen und Entscheidungen komplex sind. Interventionen können ausgewählt werden, um die allgemeine Gesundheit der Bevölkerung zu maximieren, gesundheitliche Ungleichheiten bei benachteiligten oder verletzlichen Gruppen zu verringern, und/oder um auf lebensbedrohliche Situationen zu reagieren, alles unter Berücksichtigung praktischer und haushaltsmäßiger Einschränkungen. Dies ist die Art von Problem, bei der Entscheidungsträger typischerweise Schwierigkeiten haben, rational und ohne Hilfe zu lösen. Sie neigen dazu, heuristische oder intuitive Ansätze zu verwenden, um Komplexität zu vereinfachen, und dabei wird wichtige Information ignoriert. Darüber hinaus können Entscheidungsträger Interventionen nur aus politischen Motiven auswählen. Dies deutet auf die Notwendigkeit rationaler und transparenter Ansätze zur Priorisierung hin. In den letzten Jahrzehnten wurden eine Reihe von Ansätzen entwickelt, einschließlich evidenzbasierter Medizin, Krankheitslastanalysen, Kosten-Nutzen-Analysen und Gleichheitsanalysen. Diese Ansätze konzentrieren sich jedoch nur auf einzelne Kriterien, während Entscheidungsträger in der Realität Entscheidungen treffen müssen, die mehrere Kriterien gleichzeitig berücksichtigen. Darüber hinaus decken sie nicht alle Kriterien ab, die für Entscheidungsträger relevant sind. Daher ist die Entwicklung eines mehrkriteriellen Ansatzes zur Priorisierung notwendig, und dieser wurde in der Tat kürzlich als eines der wichtigsten Probleme in der Gesundheitsforschung identifiziert. In anderen wissenschaftlichen Disziplinen ist die mehrkriterielle Entscheidungsanalyse gut entwickelt, hat breite Akzeptanz gewonnen und wird routinemäßig verwendet. Dieses Papier präsentiert die Hauptprinzipien der mehrkriteriellen Entscheidungsanalyse. Es gibt nur sehr wenige Anwendungen, die Entscheidungen zur Ressourcenzuweisung im Gesundheitswesen leiten. Wir fordern einen Wandel von den gegenwärtigen Priorisierungstools im Gesundheitswesen - die dazu neigen, sich auf einzelne Kriterien zu konzentrieren - hin zu transparenten und systematischen Ansätzen, die alle relevanten Kriterien gleichzeitig berücksichtigen.
Baltussen et al. (Sun,) haben diese Frage untersucht.