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Wir führten eine prospektive, observationale Kohortenstudie durch, um die intestinale Permeabilität (IP) und die Entwicklung des Multiple Organ Dysfunction Syndrome (MODS) in einer Teilgruppe kritisch kranker Patienten auf einer Intensivstation (ICU) zu vergleichen. Alle Patienten mit einem zu erwartenden ICU-Aufenthalt von 72 Stunden oder mehr wurden in die Studie aufgenommen, und die IP wurde täglich, wann immer möglich, anhand der urinären fraktionierten Exkretion von oral verabreichtem Lactulose und Mannitol (LMR) bestimmt. Siebenundvierzig aufeinanderfolgende Patienten wurden untersucht, von denen 28 entweder zum Zeitpunkt der Aufnahme oder während ihres ICU-Verlaufs MODS entwickelten. Diese Patienten hatten als Gruppe bei der Aufnahme eine signifikant schlechtere IP als eine Nicht-MODS-Kohorte (LnLMR: -2.10 +/- 1.10 gegenüber -3.26 +/- 0.83). Die Patienten, die nach der Aufnahme MODS entwickelten, wiesen ebenfalls eine signifikant höhere IP bei der Aufnahme auf als die Nicht-MODS-Gruppe (-2.51 +/- 0.85). Unterschiede in der IP zwischen den Kohorten konnten nicht durch Unterschiede in der Inzidenz des systemischen entzündlichen Reaktionssyndroms (SIRS)/Sepsis oder Schock erklärt werden. Bei der multivariaten Regressionsanalyse war der einzige Parameter, der zum Zeitpunkt der Aufnahme vorhanden war und prädiktiv für nachfolgendes MODS war, die IP. Unterschiede in der IP und der Schwere der Organfunktionsstörung waren ebenfalls vorhanden (MODS-Schweregrad mild: -3.01 +/- 0.72; moderat: -1.97 +/- 0.69; und schwer: -1.12 +/- 0.96). Patienten, die MODS entwickelten, hatten während ihres ICU-Aufenthalts eine persistierend abnormale IP und eine signifikant verzögerte Verbesserung ihrer IP im Vergleich zur Nicht-MODS-Kohorte. Wir schließen daraus, dass die Entwicklung von MODS mit einer abnormalen und schweren Störung der IP assoziiert ist, die vor dem Auftreten des Syndroms nachweisbar ist. Diese Beobachtung untermauert die Annahme, dass gastrointestinale (GI) Dysfunktionen ursächlich mit der Entwicklung von MODS bei kritisch kranken Patienten assoziiert sein könnten.
Doig et al. (Sat,) untersuchten diese Frage.