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Kultur beeinflusst Handlungen nicht, indem sie die ultimativen Werte liefert, auf die sich das Handeln ausrichtet, sondern indem sie ein Repertoire oder einen Werkzeugkasten aus Gewohnheiten, Fähigkeiten und Stilen formt, aus dem Menschen Handlungsstrategien entwickeln. Zwei Modelle kultureller Einflussnahme werden entwickelt, eines für stabile und eines für instabile kulturelle Zeiten. In stabilen Zeiten beeinflusst Kultur das Handeln unabhängig, aber nur indem sie Ressourcen bereitstellt, aus denen Menschen unterschiedliche Handlungswege konstruieren können. In instabilen kulturellen Zeiten steuern explizite Ideologien direkt das Handeln, aber strukturelle Handlungsmöglichkeiten bestimmen, welche der konkurrierenden Ideologien langfristig überleben. Diese alternative Sicht auf Kultur bietet neue Möglichkeiten für systematische, differenzierte Argumente über die ursächliche Rolle der Kultur bei der Gestaltung von Handlungen. Das vorherrschende Modell zur Erklärung der Auswirkungen von Kultur auf Handlungen ist grundsätzlich irreführend. Es geht davon aus, dass Kultur Handlungen prägt, indem sie ultimative Ziele oder Werte bereitstellt, auf die das Handeln ausgerichtet ist, und dadurch Werte schafft.
Ann Swidler (Di,) untersuchte diese Fragestellung.
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