Zweck Diese Studie zielt darauf ab, die Funktionalität der Notfallmedizinischen Versorgungskette (EMSC) im Nordwesten Syriens (NWS) während der Reaktion auf das Erdbeben vom 6. Februar 2023 in der Türkei und Syrien zu bewerten, wobei der Fokus auf den wichtigsten Herausforderungen, Stärken und Verbesserungsbereichen im System liegt. Gestaltung/Methodik/Ansatz Ein Mixed-Methods-Ansatz wurde verwendet, der Daten aus 15 Gesundheitseinrichtungen durch Umfragen und Interviews mit Schlüsselpersonen der Versorgungskette einbezieht. Ergebnisse Diese Studie deckte erhebliche Schwachstellen in der EMSC auf, insbesondere bei Beschaffung, Prognose, Koordination, Informationssystemen und Personalausstattung. Notfalllieferungen waren häufig verzögert, viele Einrichtungen erhielten unvollständige Lieferungen oder hatten keine Klarheit über Lieferzeiten. Lagerbestände spielten eine entscheidende Rolle in der frühen Reaktion, jedoch führten schlechte Prognosen zu schweren Engpässen, wobei 92 % der Einrichtungen ohne Analgetika und 69 % ohne Antibiotika waren. Grenzüberschreitende Unterbrechungen verdeutlichten zusätzlich das Risiko einer Überabhängigkeit von externen Lieferanten. Die Kommunikation war fragmentiert, Gesundheitshelfer nutzten informelle Plattformen wie WhatsApp, was das Fehlen robuster, zentralisierter Kommunikationstools in Notfällen unterstreicht. Originalität/Wert Nach bester Kenntnis der Autoren ist dies die erste Studie zur Bewertung der EMSC-Leistung in NWS nach dem Erdbeben 2023. Sie liefert umsetzbare Erkenntnisse über systemische Schwächen und betont den dringenden Reformbedarf. Empfehlungen umfassen die Einrichtung eines nationalen elektronischen Logistik-Management-Informationssystems, die Stärkung von Koordinationsprotokollen, die Verbesserung von Vorratsstrategien und Investitionen in strukturierte Schulungen für Personal der Versorgungskette. Angesichts der Übergangsphase Syriens zu einer einheitlichen Regierungsführung heben die Ergebnisse eine entscheidende Chance hervor, eine widerstandsfähigere und reaktionsfähigere Versorgungsinfrastruktur zu schaffen, die besser auf zukünftige Notfälle in konfliktbetroffenen und ressourcenbeschränkten Umgebungen vorbereitet ist.
Almidani et al. (Tue,) untersuchten diese Fragestellung.
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