Dieses Papier rekonstruiert die Bewertungsprozesse, die für Empathie relevant sind, als empathische Wahrnehmung: einen bewertenden, dynamischen und verkörperten Prozess, der moralisch neutrale Informationen als Wahrnehmung bereitstellt, um Handlungen zu leiten und Beziehungen zu verwalten. Traditionelle Modelle behandeln Empathie oft als prosozial, doch sie kann sowohl Kooperation als auch Ausbeutung ermöglichen. Empathische Wahrnehmung adressiert diese Komplexität, indem sie die Bewertungsprozesse, die zur Verständigung mit anderen verwendet werden, als Mittel zur Informationsbeschaffung umformuliert, anstatt sie als inhärent wohlwollende Kraft zu betrachten. Unter Bezugnahme auf Psychologie, Neurowissenschaften und soziale Theorie entwickeln wir ein Modell der empathischen Wahrnehmung und eine empathische Wahrnehmungs-Aktionsmatrix, die zeigt, wie soziokultureller Kontext und persönliche Motivation die Ergebnisse beeinflussen. Diese Rekonzeptualisierung fördert das theoretische Verständnis, indem sie empathische Forschung nicht als moralische Tugend, sondern als wahrnehmenden Prozess positioniert, der die Entscheidungsfindung in verschiedenen Kontexten informiert.
Kirkpatrick et al. (Tue,) untersuchten diese Frage.