Dieses Papier untersucht, wie das Engagement militärischer Regime und die Militarisierung der Polizei die demokratischen Entwicklungen in Mittelamerika von 1980 bis 2022 prägen. Anhand von El Salvador, Guatemala, Honduras und Nicaragua wird argumentiert, dass die herrschenden Eliten zunehmend militarisierte Polizeieinsätze anstelle direkter militärischer Herrschaft einsetzen, um die Zwangskapazität zu erweitern und gleichzeitig die politische Macht des Militärs zu begrenzen. Panel-Zeitreihenmodelle zeigen, dass das militärische Engagement in der Regierungsführung konsequent einen Rückgang der Demokratie und höhere Werte der staatlichen sowie nichtstaatlichen Gewalt vorhersagt. Im Gegensatz dazu zeigt die Militarisierung der Polizei keinen einheitlichen regionalen Effekt: Ihre Beziehung zur demokratischen Qualität variiert zwischen den Ländern und institutionellen Kontexten und ist in El Salvador trotz der raschen Autokratisierung unter Präsident Bukele statistisch insignifikant. Qualitative Beweise zeigen, dass diese unterschiedlichen Muster Unterschiede in den Strategien der Eliten und institutionellen Beschränkungen widerspiegeln und nicht allein auf die Zwangskapazität zurückzuführen sind. Die Ergebnisse unterstreichen, dass die politische Macht des Militärs - nicht die Militarisierung an sich - die konsistenteste Bedrohung für die demokratische Regierungsführung darstellt.
Maren Mainx (Mon,) untersuchte diese Frage.