Zusammenfassung Patientenpräsentation (Altersbereich, Verletzungsdetails, relevante Vorgeschichte) Ein von der ABA anerkanntes Zentrum behandelte zwischen 12/2024 und 8/2025 fünf Patienten mit thermischen Verbrennungen an 16-67 % der Körperoberfläche (einschließlich Gesicht) mittels bromelainbasierter enzymatischer Débridement (BBED), gefolgt von der Anwendung einer Hautzell-Suspensions-Autotransplantation (SCSA) im Gesicht zum Zeitpunkt der initialen Verbrennungsexzision. Für jeden Patienten wurden Zeitpunkt, Technik und Ergebnisse der Gesichtsdébridement dokumentiert, mit besonderem Fokus auf Wundheilung, Komplikationen und Krankenhausaufenthaltsdauer (LOS). Klinische Herausforderungen Ziel der akuten Verbrennungs-Exzision ist die zeitnahe und effektive Entfernung irreversibel geschädigten Gewebes bei gleichzeitiger Erhaltung der lebensfähigen Dermis. Traditionelle chirurgische Débridementtechniken sind wirksam beim Entfernen nichtlebensfähigen Gewebes, jedoch nicht selektiv und können zu unnötigem Gewebeverlust, Blutungen und verzögerter Wundverschluss führen. Dies ist insbesondere bei tiefen Gesichtsverbrennungen relevant, da hohe Risiken für funktionelle und kosmetische Beeinträchtigungen durch Narbenbildung bestehen. Das bromelainbasierte enzymatische Débridement (BBED) wurde als alternative Débridementmethode entwickelt, die Enzyme aus Ananasstängeln nutzt, um nekrotisches Gewebe selektiv zu entfernen und gleichzeitig gesunde Dermis zu schonen. Die Anwendung von BBED bei tiefen Gesichtsverbrennungen ist jedoch bisher wenig dokumentiert. Diese Fallserie beschreibt die Anwendung von BBED mit sofortiger Hautzell-Suspensions-Autotransplantation (SCSA) bei Gesichtsverbrennungen von fünf Patienten, stellt Verfahrensdetails, Ergebnisse und den Vergleich mit dem aktuellen Versorgungsstandard dar. Managementansatz Die Patienten unterzogen sich der Débridement ihrer Gesichtsverbrennungen mittels BBED, gefolgt von sofortiger SCSA-Anwendung zum Zeitpunkt der Index-Verbrennungsexzision (post-Verbrennungstag 3-5). Das Enzym wurde für 65-150 Minuten auf die gesamte verbrannte Gesichtsfläche aufgetragen, was zu exzellenter Entfernung des Eschars und Erhalt von lebensfähigem Gewebe führte. Ergebnisse Bei den ersten zwei Patienten wurde die SCSA bei einer folgenden Operation erneut aufgetragen; dies wurde bei den späteren Fällen verworfen, da es als für die Heilung nicht notwendig erachtet wurde. Komplikationen im Zusammenhang mit dem enzymatischen Verfahren traten nicht auf. Alle Patienten erzielten eine schnelle Wundheilung, exzellente Repigmentierung, günstige kosmetische Ergebnisse und wiesen eine Aufenthaltsdauer unterhalb des nationalen Durchschnitts des BCQP (2-4 Tage/%KOF) mit durchschnittlich 0,91 Tagen/%KOF auf. Erkenntnisse Diese Fallserie zeigt die Verwendung von BBED gefolgt von sofortiger SCSA-Anwendung als effektive Methode zur Behandlung tiefer Gesichtsverbrennungen bei Patienten mit großflächigen Verbrennungsverletzungen. Die Ergebnisse unterstützen den Einsatz enzymatischer Débridements mit SCSA zur Behandlung tiefer Gesichtsverbrennungen und bieten Vorteile für funktionelle sowie kosmetische Regeneration. Anwendbarkeit in der Praxis Diese Fallserie demonstriert die Machbarkeit der Verwendung von BBED mit SCSA bei der Behandlung tiefer Gesichtsverbrennungen, um Heilung, kosmetische und funktionelle Resultate zu maximieren.
Hong et al. (Sun,) untersuchten diese Fragestellung.