Hintergrund: Präbiotika sind unverdauliche Verbindungen, die die Darmgesundheit unterstützen, indem sie nützliche Mikroben fördern. Mungobohnen, Pferdebohnen, Feigen (Ficus carica) und Umbar (Ficus racemosa) sind ballaststoffreiche traditionelle Lebensmittel mit unerforscht präbiotischem Potenzial. Ihre Untersuchung kann bei der Entwicklung kostengünstiger funktioneller Lebensmittel helfen. Ziel: Das präbiotische Potenzial von vier kulturell bedeutenden pflanzlichen Lebensmitteln – Mungobohnen, Pferdebohnen, Feigen und Umbar – zu bewerten. Methodik: Der gesamte Nahrungsballaststoff wurde mittels der enzymatischen-gravimetrischen Methode AOAC 991.43 quantifiziert. Oligosaccharide wurden mit 80% Ethanol extrahiert und durch Fourier-Transform-Infrarotspektroskopie charakterisiert. Unlöslicher Nahrungsballaststoff (IDF) wurde für Batch-Kulturwachsexperimente verwendet, während die extrahierten Oligosaccharide separat hinsichtlich der Magenstabilität, Fermentation und Produktion von kurzkettigen Fettsäuren bewertet wurden. Die Magenstabilität wurde unter simulierten Magenbedingungen (pH 1-5, 6 h) beurteilt. Das Überleben von Lactobacillus acidophilus unter säurebedingtem Stress (pH 2.0, 48 h), das Wachstum von Bakterien mit Oligosaccharid-Ergänzung und anaerobe Fermentation (basales Mineralmedium, 48 h) wurden bewertet. Kurzkettige Fettsäuren wurden mittels Hochleistungsflüssigkeitschromatographie analysiert. Ergebnisse: Feigen wiesen den höchsten Gesamtballaststoffgehalt (26,98 g/100 g) und Oligosaccharidgehalt (47,5 g/100 g) auf, gefolgt von Umbar, Pferdebohnen und Mungobohnen. Die Fourier-Transform-Infrarotspektroskopie bestätigte Inulin-ähnliche Fruktane. Oligomere zeigten teilweise Magenhydrolyse, mit maximaler Zersetzung bei pH 1.0 (66.1% Mungobohnen, 36.7% Pferdebohnen, 44.1% Feigen, 58% Umbar). L. acidophilus überlebte den säurebedingten Stress und nutzte pflanzenbasierte Substrate effizient, erreichte 3.54 × 10^7 Zellen/mL (Pferdebohne, 48 h). Die Fermentation hielt 2.3-2.6 × 10^7 Zellen/mL mit moderaten pH-Abfällen aufrecht. Die Analyse der kurzkettigen Fettsäuren ergab Milchsäure, Propionsäure und Buttersäure (Feige); Essig-, Ameisen- und 4-Methylvaleriansäure (Pferdebohne, Umbar); sowie Milchsäure und Propionsäure (Mungobohne). Schlussfolgerung: Diese Hülsenfrüchte und Früchte zeigen vielversprechendes präbiotisches Potenzial. Obwohl Feigen die höchsten Gehalte an Nahrungsballaststoffen und Oligosacchariden aufwiesen, unterstützte der IDF der Pferdebohne die größte Proliferation von L. acidophilus, was darauf hindeutet, dass sowohl die Substratzusammensetzung als auch die mikrobiologische Nutzungseffizienz zur präbiotischen Wirksamkeit beitragen. Diese Ergebnisse unterstützen die Verwendung dieser Lebensmittel in funktionellen und synbiotischen Produkten zur Verbesserung der Darmgesundheit.
Khatav et al. (Wed.) haben diese Frage untersucht.