Dieser Artikel bietet eine erneute Untersuchung der Perspektivwechselkompetenzen bei Autismus, basierend auf den gesprächsanalytischen Begriffen von Empfängergestaltung und Intersubjektivität. Perspektivwechsel wird hier als interaktionale Leistung konzeptualisiert; ein zwischenmenschlicher, sozialer Prozess, der geteilte Verständnisse durch sequenzielle Redetraditionen aufbaut. Mikroanalysen von natürlich vorkommenden Interaktionen zwischen Erwachsenen mit Autismus und neurotypischen Betreuern zeigen autistische Äußerungen, die nicht mit Sensibilität für die in der Interaktion gezeigten Bedürfnisse der Empfänger gestaltet sind, was zu einem Zusammenbruch der Intersubjektivität führt. Vier Arten von sogenannten neurodivergenten Empfängergestaltungen werden vorgestellt: (1) Referenzen, die keine Anerkennung des Empfängers erleichtern; (2) stereotypische „Unsinn“-Gespräche, die die Handlungszuschreibung des Empfängers nicht erleichtern; (3) nicht reparierte Missverständnisse; und (4) perseverative Geschichten, die trotz des Desinteresses des Empfängers fortgeführt werden. Der Perspektivwechsel kann in diesen Interaktionen als gegenseitig herausgefordert angesehen werden, da geteilte Verständnisse nicht erreicht werden. Ein solcher interaktionaler Ansatz zum Perspektivwechsel bietet ökologisch valide Einblicke in die Probleme, die in natürlichen Interaktionen zwischen autistischen und neurotypischen Menschen beobachtbar sind, und zukünftige quantitative Forschung zur autistischen Intersubjektivität wird vorgeschlagen.
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Christina Emborg
Roskilde University
Discourse Studies
Aarhus University
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Christina Emborg (Wed,) hat diese Frage untersucht.
synapsesocial.com/papers/69d895ea6c1944d70ce070f7 — DOI: https://doi.org/10.1177/14614456261417492
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