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Die Intensivierung oder Aufgabe der landwirtschaftlichen Flächennutzung hat zu einem drastischen Rückgang halbnatürlicher Lebensräume in ganz Europa geführt. Dies kann sowohl zu einem unmittelbaren Verlust von Arten als auch zu zeitverzögerten Aussterben führen, das als Aussterbenschuld bekannt ist. In einer paneuropäischen Studie von 147 fragmentierten Graslandresten fanden wir Unterschiede in der Aussterbenschuld von Arten verschiedener trophischer Ebenen. Die gegenwärtige Artenvielfalt von langlebigen, auf bestimmte Gefäßpflanzen spezialisierten Arten konnte besser durch vergangene als durch gegenwärtige Landschaftsmuster erklärt werden, was auf eine Aussterbenschuld hinweist. Im Gegensatz dazu zeigten kurzlebige Schmetterlingsspezialisten keinen Hinweis auf eine Aussterbenschuld über einen Zeitraum von ca. 40 Jahren. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Managementstrategien, die den Status quo fragmentierter Lebensräume aufrechterhalten, unzureichend sind, da zeitverzögerte Aussterben und damit verbundene Mit-Aussterben in der Zukunft zu weiterem Biodiversitätsverlust führen werden.
Krauß et al. (Mittwoch) haben diese Frage untersucht.
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