Key points are not available for this paper at this time.
Die Epithelzellen des Säugetierdarms sind mit einer Schleimschicht bedeckt, die direkten Kontakt mit den Darmmikroben verhindert, aber auch ein Substrat für mukusabbauende Bakterien darstellt. Um den Effekt des Mukusabbaus auf die Wirtreaktion zu untersuchen, wurden keimfreie Mäuse mit Akkermansia muciniphila kolonisiert. Dieses anaerobe Bakterium aus der Gruppe der Verrucomicrobia ist auf den Abbau von Mucin spezialisiert, dem Glycoprotein, das im Schleim vorhanden ist und in hohen zahlen im Darmtrakt von Menschen und anderen Säugetierarten vorkommt. Eine effiziente Kolonisierung von A. muciniphila wurde mit den höchsten Zahlen im Blinddarm beobachtet, wo das meiste Mucin produziert wird. Im Gegensatz dazu wurden nach der Kolonisierung mit Lactobacillus plantarum, einem fakultativ anaeroben Bakterium der Firmicutes, das Kohlenhydrate fermentiert, an allen Darmstellen ähnliche Zellzahlen gefunden. Während A. muciniphila eng mit den Darmzellen assoziiert war, wurde L. plantarum ausschließlich im Lumen gefunden. Die globale transkriptionale Wirtreaktion wurde in intestinalen Biopsien bestimmt und zeigte eine konsistente, standortspezifische und einzigartige Modulation von etwa 750 Genen in Mäusen, die mit A. muciniphila kolonisiert waren, und über 1500 Genen nach der Kolonisierung mit L. plantarum. Pathway-Rekonstruktionen zeigten, dass die Kolonisierung durch A. muciniphila die mukosalen Genexpressionsprofile in Richtung erhöhter Expression von Genen, die an Immunreaktionen und der Bestimmung des Zellschicksals beteiligt sind, veränderte, während die Kolonisierung durch L. plantarum zu einer Hochregulation des Lipidstoffwechsels führte. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Kolonisierer Wirtreaktionen induzieren, die spezifisch für den jeweiligen Darmstandort sind. Zusammenfassend schlagen wir vor, dass A. muciniphila Wege moduliert, die an der Etablierung der Homöostase für den basalen Stoffwechsel und die Immunverträglichkeit gegenüber kommensalen Mikrobiota beteiligt sind.
Derrien et al. (Sat,) untersuchten diese Frage.