Key points are not available for this paper at this time.
Es gibt zwei Haupttheorien zur Evolution, warum moderne Menschen an Multipler Sklerose (MS) erkranken. Die erste, antagonistische Pleiotropie, besagt, dass genetische Varianten, die Menschen für MS prädisponieren, schützend gegen Infektionen sind; dies erklärt, warum diese genetischen Varianten in hoher Häufigkeit bestehen bleiben. Die zweite, die Hypothese der Alten Freunde, argumentiert, dass eine reduzierte Exposition gegenüber alten, mit uns ko-evolvierten Mikroorganismen wie Helminthen zu einer immunologischen Dysregulation und Überreaktionen auf harmlose Infektionen und Substanzen führt; dies erklärt, warum die Prävalenz von MS mit der sanitären Versorgung zunimmt. Hier bewerte ich diese Theorien im Licht aktueller Studien zu alten DNA (aDNA). Diese legen nahe, dass Populationen aus der pontisch-kaspischen Steppe, die in der Bronzezeit über Eurasien migrierten, eine starke pro-inflammatory Entzündungsreaktion entwickelt haben, bedingt durch erhöhte zoonotische Infektionen, die aus ihrem pastoralistischen Lebensstil resultierten. Es ist möglich, dass dies in einem Kontext hoher Raten anti-inflammatory Helminthen-Infektionen geschah, was zu einer ausgewogenen pro- und anti-inflammatorischen Reaktion führte. In der modernen sanitären Welt, mit einer niedrigeren Helminthenlast, „überschießt“ das Immunsystem das erforderliche Entzündungsniveau. Dies erklärt, warum das genetische Risiko für MS höher in Nordeuropa ist, wo die Menschen eine höhere genetische Abstammung von der alten Steppenpopulation aufweisen, und warum die Krankheitspenetranz zunimmt.
W. Barrie (Mi.) hat diese Frage untersucht.