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Einige aktuelle theoretische Ansätze in den kognitiven Wissenschaften legen nahe, dass Vorhersage notwendig ist, um Sprache zu verstehen. Hier bewerten wir diesen Vorschlag. Wir betrachten Argumente, die darauf hindeuten, dass Vorhersage ein vereinheitlichendes theoretisches Prinzip des menschlichen Geistes liefert und dass sie die kortikale Funktion durchdringt. Wir diskutieren, ob Beweise für menschliche Fähigkeiten, statistische Regelmäßigkeiten zu erkennen, notwendigerweise Beweise für prädiktive Verarbeitung sind und bewerten Vorschläge, dass Vorhersage für das Spracherlernen notwendig ist. Wir weisen darauf hin, dass nicht alle Sprachbenutzer anscheinend Vorhersagen über Sprache machen und dass suboptimale Eingaben Vorhersagen oft sehr herausfordernd machen. Vorhersage ist zudem stark kontextabhängig und wird durch Ressourcenbeschränkungen behindert. Wir argumentieren auch, dass es problematisch sein könnte, dass die meisten experimentellen Beweise für prädiktive Sprachverarbeitung aus „vorhersagefördernden“ experimentellen Setups stammen. Wir kommen zu dem Schluss, dass Sprachen auch ohne Vorhersage gelernt und verstanden werden können. Behauptungen, dass alle Sprachverarbeitung von Natur aus prädiktiv ist, sind verfrüht.
Huettig et al. (Mon,) untersuchten diese Frage.