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Akuter Stress wird angenommen, dass er zu prosozialem Verhalten über ein "tend-and-befriend"-Muster der Stressreaktion führt. Die Ergebnisse des Effekts von akutem Stress auf prosoziales Verhalten sind jedoch inkonsistent. Die vorliegende Studie untersucht die moderierende Rolle von Geschlecht und sozialer Werteinstellung in der Beziehung zwischen akutem Stress und dem reinen prosozialen Verhalten von Individuen (d.h. reine Prosozialität und prosoziale Bestrafung durch Dritte). Genauer gesagt wurden einundachtzig Teilnehmer ausgewählt und unterzogen sich dem Trier Social Stress Test (oder waren in der Kontrollgruppe), gefolgt von der Bestrafungsaufgabe durch Dritte und dem Diktatorspiel. Die Ergebnisse zeigten, dass im Allgemeinen der Haupteffekt der Bedingung oder der Reaktivität des respiratorischen Sinusarrhythmie (RSA) auf das individuelle prosoziale Verhalten signifikant war und zwischen den Geschlechtern nicht variierte. Darüber hinaus könnte die soziale Werteinstellung (d.h. prosozial oder eigennützig) den Einfluss der RSA-Reaktivität auf die Höhe der Bestrafung in der Bestrafungsaufgabe durch Dritte moderieren. Das heißt, Individuen mit eigennütziger Orientierung wiesen mehr prosoziale Bestrafung durch Dritte auf, als die RSA-Reaktivität abnahm, während der Effekt bei Individuen mit prosozialer Orientierung nicht auftrat. Zusammengefasst liefern die Ergebnisse der vorliegenden Studie weitere Belege für die Hypothese "tend-and-befriend" und heben die zugrunde liegenden physikalischen Mechanismen sowie die individuelle Abhängigkeit des Effekts von psychosozialem Stress auf das reine prosoziale Verhalten von Individuen hervor.
Ying et al. (Thu,) untersuchten diese Frage.