Dieser Artikel untersucht den Verlauf von zwei Native American Liedern, die im siebzehnten Jahrhundert von französischen Jesuiten transkribiert wurden, deren anschließende Einbeziehung in gedruckte Bücher im achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert sowie ihre Nutzung durch Historiker und Unterhalter im zwanzigsten Jahrhundert. Die Studie konzentriert sich darauf, wie diese Lieder, die ursprünglich Teil der mündlichen und auditiven Tradition der Native Americans waren, in Primärquellen für historische Forschung und rassifizierte Unterhaltung umgewandelt wurden. Es handelt sich um eine intellektuelle und kulturelle Geschichte, die Methoden der Buchgeschichte und Bibliographie einsetzt, um die Entstehung der Geschichtswissenschaft in der Akademie zu verstehen. Der Artikel argumentiert, dass die Umwandlung dieser Lieder in schriftliche Musiknotation deren Bedeutung und Kontext grundlegend veränderte. Er hebt hervor, wie das Transkribieren von Musik nach Gehör subjektive Interpretation und den Verlust wesentlicher performativer Elemente mit sich bringt. Darüber hinaus entfernte die Reproduktion dieser Lieder in gedruckter Form sie weiter von ihrem ursprünglichen kulturellen Kontext, was sie anfällig für Fehlinterpretation und Aneignung machte. Dass diese Veränderungen stattfanden, während die Geschichtswissenschaft als Disziplin gegründet wurde, ist entscheidend für das Verständnis des Arguments. Die Studie verwendet einen interdisziplinären Ansatz und stützt sich auf historische Dokumente, musikalische Noten und Materialien der Populärkultur. Sie untersucht die Rolle weiblicher Wissenschaftlerinnen, wie Emma Helen Blair und Edna Kenton, bei der Zugänglichmachung dieser Quellen für ein breiteres Publikum durch ihre Arbeit an Primärquellenanthologien. Es wird jedoch auch auf die unbeabsichtigten Konsequenzen dieser Zugänglichkeit hingewiesen, da die Lieder zunehmend dekontextualisiert und zur Aufrechterhaltung romantisierter und ungenauer Darstellungen der Kultur der Native Americans verwendet wurden. Die Arbeit von Blair und Kenton ist zentral für die Entstehung der Geschichtswissenschaft als Disziplin in der Akademie, insbesondere, da sie mit und für Männer wie Reuben Gold Thwaites und Frederick Jackson Turner arbeiteten. Die Forschung kommt zu dem Schluss, dass die Transformation dieser Lieder in historische Quellen und Unterhaltungsmittel die komplexe Beziehung zwischen Wissenschaft, Populärkultur und der Darstellung der Kultur der Native Americans im zwanzigsten Jahrhundert widerspiegelt. Sie wirft kritische Fragen zur Authentizität, zum Eigentum und zum Zugang zu indigenen kulturellen Ausdrucksformen auf. Schließlich betont diese Studie die Bedeutung der Berücksichtigung notierter Musik als historische Primärquelle und erkennt ihre Einschränkungen und das Potenzial zur Fehlinterpretation an.
Barnes et al. (Fri,) untersuchten diese Frage.