Diese Dissertation befasst sich mit dem neuroanatomischen Vergleich zwischen asiatischen und afrikanischen Elefanten. Trotz der jahrtausendelangen engen Interaktion zwischen Mensch und Elefant ist nur wenig über die Unterschiede in der Gehirnarchitektur von Elefantenarten bekannt. Der Rüssel spielt eine wesentliche Rolle im Verhaltensrepertoire der Elefanten. Der Elefantenrüssel ist ein muskulärer Hydrostat, der dem Elefanten einen weitaus größeren Bewegungsspielraum bietet als skeletale Gelenke. Mit seiner ausgeklügelten Muskulatur kann der Elefant mit Objekten unterschiedlicher Größe - vom Brötchen bis zum Baumstamm - interagieren. Die Aktionen des Rüssels werden durch haptische und olfaktorische Sinnesinformationen gesteuert. Die taktilen sensorischen Nervensignale zwischen dem Gesicht und dem Gehirn werden durch das Trigeminalganglion weitergeleitet. Die Charakterisierung des Ganglions deutet darauf hin, dass der neuronale Informationsaustausch des Elefanten mit seinem Rüssel, dem Informationsaustausch mit seinem Körper weit überlegen ist und zudem von neuronalen Verbindungen zum Rüssel dominiert wird. Die Anzahl der Fasern des N. infraorbitalis deutet darauf hin, dass die Verarbeitung taktiler sensorischer Informationen beim Elefanten dominiert. Um die Neuroanatomie des Elefantengehirns zu entschlüsseln, haben wir die Makroanatomie des Elefantengehirns durch wiegen, fotografieren und Magnetresonanzbilder (MR) untersucht. Dabei haben wir festgestellt, dass asiatische Elefanten trotz ihrer geringeren Körpergröße ein deutlich größeres Gehirn (und damit ein größeres Volumen der grauen Substanz) haben als afrikanische Elefanten. Faszinierenderweise ist die Größe der Cerebella (im Verhältnis zur Gesamtgröße des Gehirns) bei asiatischen Elefanten kleiner als bei afrikanischen Elefanten. Die Daten deuten auch darauf hin, dass das Elefantengehirn ein außergewöhnliches postnatales Wachstum aufweist. Ich diskutiere auch die Bedeutung dieser Ergebnisse für die Ontogenese- und Verhaltensforschung bei Elefanten und im weiteren Sinne, wie der ursprüngliche Lebensraum der Art und andere Umweltfaktoren zu dieser Entwicklung beigetragen haben könnten.
Malav Shah (Fri,) studied this question.