Frühere Forschung hat gezeigt, dass die Pupillen der Augen größer sind, wenn man sich dunkle im Vergleich zu hellen Objekten oder Szenen vorstellt. Daraus wurde abgeleitet, dass die Pupillengröße ein sensibler Indikator für die Lebhaftigkeit mentaler Bilder ist. Wir untersuchten diese Behauptung in drei Experimenten, die in zwei Ländern (Norwegen und den Niederlanden; Gesamt-N = 115) durchgeführt wurden, bei denen die Teilnehmer Geschichten lasen, hörten oder frei vorstellten, die ein Gefühl von Dunkelheit oder Helligkeit hervorriefen. Zusätzlich wurden für jede Geschichte Selbstauskunft zur Lebhaftigkeit erhoben, um Variationen der Bildhaftigkeit während des Experiments zu messen; sowie mittels Fragebögen (VVIQ, SUIS), um Unterschiede in aufgabenunabhängigen Bildgebungsfähigkeiten auf individueller Ebene zu erfassen. Wir fanden, dass der Effekt größerer Pupillen bei dunkelheitsauslösenden Geschichten gegenüber helligkeitsauslösenden Geschichten sehr variabel war. Wichtig ist, dass dieser Unterschied in der Pupillengröße (dunkel-hell) konsistent am größten bei lebhaft vorgestellten Geschichten war. Schließlich fanden wir keinen überzeugenden Zusammenhang zwischen diesem Pupillenunterschied und individuellen Unterschieden in der fragebogenbasierten Bildhaftigkeit. Wir schließen daraus, dass die Stärke der Pupillenänderungen als Reaktion auf vorgestellte Dunkelheit oder Helligkeit eher die Schwankungen der Bildhaftigkeit von Versuch zu Versuch innerhalb einer Person widerspiegelt als individuelle Unterschiede in der Bildhaftigkeit als Persönlichkeitsmerkmal.
Vanbuckhave et al. (Wed,) haben diese Fragestellung untersucht.