Diese Arbeit schlägt eine an Beschränkungen orientierte Perspektive auf die Grundlagen physikalischer Theorien vor. Anstatt physikalische Gesetze als grundlegende Postulate zu behandeln, interpretieren wir sie als emergente Strukturen, die durch experimentell fundierte Beschränkungen geprägt sind. Vier Hauptklassen von Beschränkungen werden identifiziert: symmetrische, kausale, quantenmechanische und dynamische Beschränkungen. Jede Klasse wird direkt durch gut etablierte experimentelle Beweise unterstützt und auferlegt spezifische Einschränkungen für zulässige theoretische Rahmenbedingungen. Innerhalb dieses Rahmens können verschiedene physikalische Theorien – wie die klassische Mechanik, die Relativitätstheorie und die Quantenmechanik – als konsistente Realisierungen innerhalb eines gemeinsamen eingeschränkten Raums verstanden werden. Diese Perspektive bietet eine einheitliche konzeptionelle Sprache, die die strukturellen Beziehungen zwischen bestehenden Theorien hervorhebt, ohne neue physikalische Prinzipien einzuführen. Der Ansatz zielt darauf ab, die Rolle experimenteller Beschränkungen bei der Gestaltung der theoretischen Physik zu klären und eine systematische Grundlage für die weitere Erkundung des Raums zulässiger Theorien zu bieten.
Thanh Minh Nguyen (Fr,) hat diese Frage untersucht.