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Fast ein Vierteljahrhundert nach der deutschen Wiedervereinigung zeigen Studien weiterhin umfassende Bindungen an den Sozialismus im ehemaligen Osten. Während diese Bindungen ein wiederkehrendes Merkmal in Analysen der politischen Kultur waren, ist erstaunlich wenig über ihre Quellen bekannt. Dieser Artikel untersucht systematisch die sozialpolitischen Grundlagen sozialistischer Werte, indem er zwei theoretische Perspektiven empirischen Tests unterzieht. Politische Sozialisationsperspektiven schreiben diese Werte politischen Identitäten zu, die generationenbedingt in der Zeit vor 1989 geprägt wurden. Im Gegensatz dazu betonen Perspektiven der politischen Ökonomie, wie sie durch negative Bewertungen von Politik und Materialismus nach 1989 verstärkt wurden. Logistische Regressionsanalysen von ALLBUS-Daten aus den Jahren 1991 bis 2010 testen neun Hypothesen auf individueller Ebene, wobei die Ergebnisse Folgendes bestätigen. Erstens gibt es Hinweise auf eine altersbasierte Struktur der Grundlagen sozialistischer Werte: Jüngere Ostdeutsche legen weniger Wert auf Sozialismus, aber die Beweise dafür sind erst kürzlich aufgetaucht. Zweitens sind ebenso wichtige Treiber dieser Werte die Unterstützung für Parteien auf der linken Seite des politischen Spektrums und die ideologische Selbstplatzierung. Drittens waren wirtschaftliche Faktoren selektive und inkonsistente Prädiktoren sozialistischer Werte. Insgesamt unterstreicht die Forschung die Stabilität sozialistischer Werte im deutschen Kontext, argumentiert jedoch, dass diese Werte mit einer politischen Kultur vereinbar bleiben, die das demokratische Rahmenwerk des vereinigten Deutschlands unterstützt.
Ross Campbell (Fr,) hat diese Frage untersucht.