Key points are not available for this paper at this time.
Dieser Artikel bietet eine anti-naturalistische philosophische Kritik der naturalistischen Tendenzen innerhalb der qualitativen Konzeptbildung, wie sie am prominentesten von Giovanni Sartori und David Collier entwickelt wurden. Wir beginnen mit der Artikulation der philosophischen Unterscheidung zwischen Naturalismus und Anti-Naturalismus. Während der Naturalismus davon ausgeht, dass das Studium des menschlichen Lebens im Wesentlichen nicht anders ist als das Studium natürlicher Phänomene, hebt der Anti-Naturalismus die bedeutungsvolle und kontingente Natur des gesellschaftlichen Lebens, die Situierung des Wissenschaftlers und somit die dialogische Natur der Sozialwissenschaft hervor. Diese beiden kontrastierenden philosophischen Ansätze inspirieren wiederum unterschiedliche Strategien der Konzeptbildung. Der Naturalismus fördert die Konzeptbildung, die Reifikation, Essentialismus und eine instrumentelle Sicht auf Sprache involviert. Der Anti-Naturalismus hingegen hinterfragt reifizierte Konzepte, da sie den Ort von Bedeutungen ausblenden, essentialistische Konzepte, da sie den Ort der Kontingenz ausblenden, und linguistischen Instrumentalismus, da er die Situierung des Wissenschaftlers und die dialogische Natur der Sozialwissenschaft ausblendet. Auf der Grundlage dieses philosophischen Rahmens unterziehen wir die qualitative Konzeptbildung einer philosophischen Kritik. Wir zeigen, wie die von Sartori und Collier entwickelten konzeptionellen Strategien eine Reifikation, Essentialismus und eine instrumentelle Sicht auf Sprache verkörpern, die mit dem Naturalismus verbunden sind. Obwohl Colliers Arbeiten zur Konzeptbildung viel flexibler und nuancierter sind als die von Sartori, bleibt auch sie an einem diskreditierten Naturalismus festgemacht.
Bevir et al. (Mon,) untersuchten diese Frage.