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Mikrospektrophotometrie, Elektroretinographie und Verhaltensstudien haben gezeigt, dass ultraviolettes (UV) Licht zur funktionalen Sicht bei verschiedenen Wirbeltierarten beiträgt. Basierend auf verhaltensbasierten Hinweisen wurde dies auch für das Sehen von Schildkröten vorgeschlagen. Um die Wechselwirkungen, die der Erkennung von UV-Licht in der distalen Netzhaut zugrunde liegen, zu offenbaren, haben wir die Photoreaktionen von Zapfen und horizontalen Zellen in den Netzhäuten von Pseudemys scripta elegans und Mauremys caspica intrazellulär registriert und die Aktionsspektren dieser Zellen unter verschiedenen Anpassungsbedingungen berechnet. In der dunkeladaptierten Netzhaut zeigten alle drei Typen horizontaler Zellen; Luminanz-Typ, rot/grün Chromatizitäts-Typ und gelb/blau Chromatizitäts-Typ eine erhöhte Empfindlichkeit im UV-Bereich des Spektrums. Die chromatische Anpassung deutete jedoch darauf hin, dass nur die gelb/blau Chromatizitäts-Typ horizontalen Zellen exzitatorischen Input von UV-empfindlichen Zapfen mit einer Spitzenempfindlichkeit von ungefähr 360 nm erhielten. Die erhöhte UV-Empfindlichkeit der Luminanz-Typ horizontalen Zellen spiegelte wahrscheinlich das Beta-Band des langwellig empfindlichen Sehfarbpigments wider, wie die Aktionsspektren von dunkeladaptierten L-Zapfen anzeigen. Es wird vermutet, dass die erhöhte UV-Empfindlichkeit der rot/grün Chromatizitäts-Typ horizontalen Zellen das Beta-Band des mittelwellig empfindlichen Sehfarbpigments widerspiegelt. Transmissionmessungen der optischen Medien (Hornhaut, Linse und Glaskörper) deuteten darauf hin, dass UV-Sicht unter normalen Umständen funktional sein kann.
Ammermüller et al. (Fri,) haben diese Frage untersucht.