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Dieser Artikel beginnt mit einem Paradoxon: Wenn ein Akteur einfach Macht hat, passiert nichts und er/sie ist machtlos; wenn hingegen ein Akteur Macht ausübt, sind es die anderen, die die Handlung ausführen. Es scheint, dass Macht nichts ist, was man besitzen kann – tatsächlich muss sie als Folge und nicht als Ursache von Handlungen betrachtet werden. Um dieses Paradoxon zu erforschen, wird ein Diffusionsmodell von Macht, in dem ein erfolgreicher Befehl unter einem Impuls von einer zentralen Quelle ausgeführt wird, mit einem Übersetzungsmodell verglichen, in dem ein solcher Befehl, falls er erfolgreich ist, aus den Handlungen einer Kette von Agenten resultiert, von denen jeder ihn gemäß seinen eigenen Projekten "übersetzt". Da im Übersetzungsmodell die Macht hier und jetzt durch die Einbindung vieler Akteure in ein bestimmtes politisches und soziales Schema zusammengesetzt wird und nicht etwas ist, das angesammelt und den Mächtigen von einer bereits bestehenden "Gesellschaft" gegeben werden kann, folgt daraus, dass Debatten über die Ursprünge der Gesellschaft, die Natur ihrer Komponenten und deren Beziehungen entscheidende Daten für den Soziologen werden. Es folgt auch, dass die Natur der Gesellschaft verhandelbar ist, eine praktische und revidierbare Angelegenheit (performativ), und nicht etwas, das einmal für allemal vom Soziologen, der versucht, sich außerhalb davon zu stellen (ostensiv), bestimmt werden kann. Der Soziologe sollte daher danach streben, die Art und Weise zu analysieren, wie Menschen miteinander assoziiert sind, und sollte insbesondere den materiellen und extrasomatischen Ressourcen (einschließlich Inschriften) Aufmerksamkeit schenken, die Wege bieten, Menschen zu verbinden, die länger halten können als jede gegebene Interaktion. Im Übersetzungsmodell verlagert sich das Studium der Gesellschaft daher von der Untersuchung des sozialen, wie es gewöhnlich aufgefasst wird, zu einer Untersuchung von Assoziationsmethoden.
Bruno Latour (Tue,) hat diese Frage untersucht.
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